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Vorsorgevollmacht durch den Notar

(Bundesnotarkammer/tt)

Wenn man nicht mehr seine eigenen Angelegenheiten regeln kann, gibt es niemanden, der den Betroffenen automatisch vertritt. Das Gesetz sieht dann ein gerichtliches betreuungsverfahren vor. Das kann langwierig und teuer werden. Die Errichtung einer Vorsorgevollmacht schafft Abhilfe. Welche Form gewählt wird, steht dem einzelnen frei. Folgende Gründe sprechen jedoch dafür, die Vorsorgevollmacht notariell beurkunden zu lassen:

1. individuelle Beratung und Gestaltung: bei der Beurkundung einer Vorsorgevollmacht erfragt der Notar den persönlichen Willen, klärt den Sachverhalt und belehrt über die rechtliche Tragweite der Erklärungen. Dies schützt vor Irrtümern. Klare und eindeutige Formulierungen in der Urkunde geben individuelle Bedürfnisse und Wünsche wieder. bei der Verwendung eines Formulars wäre dies nicht gewährleistet.

2. Geschäftsfähigkeit und Identität werden geprüft: Der Notar ist verpflichtet, bei der Beurkundung die Geschäftsfähigkeit des Vollmachtgebers zu prüfen. gerade bei hochbetagten Vollmachtgebern hilft dies, spätere Streitigkeiten über die Wirksamkeit der Vollmacht zu vermeiden. Auch die Identität des Vollmachtgebers wird geprüft. Im Rechtsverkehr mit Banken, Behörden oder sonstigen Stellen genießen beurkundete Vorsorgevollmachten daher besondere Akzeptanz.

3. Umfassende Einsatzmöglichkeiten: Nur die beurkundete Vorsorgevollmacht deckt alle Arten von Rechtsgeschäften bestmöglich ab. zwar gelten oft keine besonderen Formvorschriften. Doch im Detail sieht manches anders aus. beispielsweise ist der Abschluss eines Darlehensvertrages durch einen bevollmächtigten nur mittels einer beurkundeten Vorsorgevollmacht möglich. sie eignet sich – anders als eine privatschriftliche Vollmacht – außerdem für Grundstücksgeschäfte aller Art.

4. Für Ersatz ist gesorgt: bei einer beurkundeten Vollmacht kann der Notar den bevollmächtigten im Falle des Verlustes weitere Ausfertigungen erteilen. Diese haben rechtlich den gleichen Wert wie das Original. Privatschriftliche Vollmachten versagen hier. Der Verlust des Originals bedeutet praktisch den Verlust der Vertretungsmöglichkeit. Ist der Vollmachtgeber zwischenzeitlich Geschäftsunfähig, ist ein gerichtliches betreuungsverfahren unumgänglich.

5. Moderate Kosten: Die Kosten einer beurkundeten Vorsorgevollmacht sind moderat. sie richten sich vorrangig nach dem Vermögen des Vollmachtgebers. Bei einem Vermögen von 100.000 Euro fallen für eine umfängliche Vollmacht maximal 165 Euro nebst Umsatzsteuer und Auslagen an. Zum Vergleich: Allein die jährlichen Gerichtsgebühren für eine Dauerbetreuung im Vermögensbereich belaufen sich auf mindestens 200 Euro.
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