Sodbrennen: Warum es vielen Menschen hin und wieder sauer aufstößt
Brennender Schmerz

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Die gute Nachricht zuerst: Sodbrennen ist eigentlich ungefährlich – die Frage ist allerdings: Wo liegen die Ursachen dafür? In den meisten Fällen kann eine ernste Krankheit ausgeschlossen werden, sind doch fettreiches Essen oder das Gläschen zuviel Gründe dafür, dass es zu einem brennenden Rückfluss vom Magen in die Speiseröhre kommt. Ist Sodbrennen allerdings ein ständiger Begleiter mit kurzen Zeitspannen dazwischen, empfiehlt es sich, den Auslöser dafür von einem Arzt abklären zu lassen.

Kein Genuss ohne Reue: Dieser Gedanke zwängt sich einem förmlich auf angesichts des schmackhaften und fetten Sonntagsbratens. Kaum ist das vorzügliche Mahl beendet, folgt nämlich nicht selten die körperliche Reaktion mit einem unangenehmen Brennen vom Oberbauch oder unteren Brustbereich bis hinauf zum Hals, manchmal sogar bis in den Rachen. Auslöser für das Sodbrennen ist der sogenannte „Reflux“, also Rückfluss des Mageninhalts. Dabei ist es möglich, dass auch kleine Speisereste mit nach oben transportiert werden. Es gibt allerdings auch das Gegenteil: Betroffene reagieren mit Sodbrennen, wenn sie Hunger verspüren und seit längerer Zeit nichts gegessen haben. Die Beschwerden sind jedoch gleich, werden die nach oben strömende Magensäure doch als sehr unangenehm bis schmerzhaft empfunden.

Als harmlos lässt sich Sodbrennen einstufen, wenn es gelegentlich auftritt und keine begleitenden Beschwerden hinzukommen. Dann liegen die Ursachen in den meisten Fällen bei den bereits erwähnten fetten Speisen oder ein Zuviel an Alkohol, auch Süßigkeiten und spezielle Getränke kommen in Betracht. Wichtig ist dann, diese auslösenden Faktoren zu meiden um die Speiseröhre nicht unnötig zu reizen und mittel- und langfristig zu schädigen. Säurebindende Arzneimittel, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt, können eine wirksame Methode sein, um das Sodbrennen zu bekämpfen.

Gibt es allerdings keinen klaren Zusammenhang zwischen dem „brennenden Aufstoßen“ und dem unmittelbaren Verzehr von bestimmten Nahrungsmitteln (auch Rauchen, enge Kleidung, Stress, Kummer und Übergewicht können auslösende Faktoren sein) ist es ratsam, die Ursachen von einem Arzt abklären zu lassen. Denn wenn beispielsweise eine Speiseröhrenentzündung, eine Verkrampfung des Schließmuskels der Speiseröhre oder ein Reizmagen dahinter steckt, müssen diese dringend erkannt und behandelt werden. Zumal auch schwerwiegende Erkrankungen wie Speiseröhrenkrebs oder Magenkrebs denkbare Ursachen darstellen können.

Doch wie genau entsteht eigentlich Sodbrennen? Dazu ist es wichtig, etwas körperliche Anatomie zu verstehen: Die Speiseröhre ist ein etwa 25 Zentimeter langer Muskelschlauch mit einem Durchmesser von einem Zentimeter durch den die Nahrung von der Kehle in den Magen befördert wird – dies gelingt mithilfe von Muskelbewegungen. Sinn der Nahrungsaufnahme ist natürlich, dass die Nahrung im Magen bleibt um dort verarbeitet werden zu können. Wenn allerdings der entsprechende Schließmuskel geschwächt ist, kann der Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließen. Ist dies der Fall, also bleibt der Speisebrei zusammen mit aggressiver Salzsäure aus dem Magen zu lange in der Speiseröhre, reizt die Säure die Speiseröhrenschleimhaut. Dies bekommt der Betroffene durch das unangenehme Brennen zu spüren. Da die Speiseröhrenschleimhaut über keinen Schutz verfügt, können durch den Rückfluss auf Dauer Schädigungen entstehen.

Was tun gegen Sodbrennen?Wenn ernste Krankheiten als Ursache für das Sodbrennen ausscheiden, gibt es verschiedene Möglichkeiten effektiv etwas dagegen zu tun.
• Vermeiden Sie große Mahlzeiten, mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt, sind magenschonender
• Vermeiden Sie Mahlzeiten zu später Stunde, ebenso sollten Sie nicht direkt nach dem Essen ins Bett zu gehen
• Nehmen Sie ab, wenn Ihre Waage zu viele Kilos anzeigt, denn Übergewicht begünstigt das Sodbrennen
• Tragen Sie keine eng anliegende Kleidung, denn diese schnürt Ihren Magen ein, der wiederum mit Sodbrennen reagieren kann
• Trinken Sie Alkohol in Maßen und hören Sie gänzlich mit dem Rauchen auf
• Grapefruit und Zitronensaft begünstigen Sodbrennen – versuchen Sie diese Nahrungsmittel zu meiden
• Immer mit der Ruhe, denn Stress schlägt Ihnen auf den Magen – um Sodbrennen zu vermeiden, sollten immer wieder Pausen eingelegt werden, um für Entspannung zu sorgen, auch beim Essen ist Ruhe angesagt
• Spülen Sie bei leichten Beschwerden die Magensäure mit stillem Wasser oder Kräutertee hinunter – es haben sich Fenchel, Kamille oder Kümmeltee bewährt
• Kauen Sie intensiv Kaugummi, denn dadurch wird die Speichelbildung angeregt und die Speiseröhre von aggressiver Säure befreit
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