Stichwahl abgesagt
Chaos und schwere Unruhen in Haiti

Port-au-Prince. Nach der Absage der umstrittenen Präsidenten-Stichwahl in Haiti ist es in dem karibischen Krisenstaat am Wochenende zu Protesten und schweren Ausschreitungen gekommen. Tausende Menschen forderten in der Hauptstadt Port-au-Prince den Rücktritt von Staatschef Michel Martelly und die Auflösung des Provisorischen Wahlrats CEP.

Bei den gewaltsamen Protesten kam nach Medienberichten ein Mensch ums Leben. Die Wahlbehörde hatte am Freitag zum zweiten Mal innerhalb eines Monats die Stichwahl um das Präsidentenamt zwischen dem Regierungskandidaten Jovenel Moïse und dem Oppositionellen Jude Célestin wegen Boykottdrohungen auf unbestimmte Zeit aufgeschoben. Die Abstimmung wird seit Wochen von Betrugvorwürfen überschattet. Die Opposition hatte sich geweigert, den für diesen Sonntag geplanten Urnengang anzuerkennen und hatte zum Boykott aufgerufen. Sie wirft den Wahlbehörden Manipulation zugunsten des Regierungskandidaten Moïse beim ersten Wahldurchgang Ende Oktober vor. Die Stichwahl war Ende Dezember schon einmal verschoben worden. Die Wahlbehörden verwiesen diesmal auf die kritische Lage wegen der seit Tagen anhaltenden Proteste.
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