Tinnitus bedeutet für Betroffene einen großen Leidensdruck
Von der Dauerbaustelle im Kopf

(Foto: Fotolia)

Auf einmal ist da dieser Ton. Dieser unangenehme hohe Ton. Völlig schutzlos ist man ihm ausgeliefert – hoffentlich geht er von selbst wieder weg! Die gute Nachricht: In den meisten Fällen geht er tatsächlich wieder von alleine weg, dauert nur ein paar Sekunden. Bleibt das Geräusch allerdings bestehen, dies kann übrigens auch ein Rauschen, Pfeifen oder Zischen sein, bedeutet dies für Betroffene einen großen Leidensdruck. Schreckensgespenst Tinnitus, ein Überblick über die Ursachen und was man dagegen tun kann.

Verschiedene Belastungsgrade


Was ist eigentlich ein Tinnitus? Die Ärzte unterscheiden zwischen akutem und chronischem Tinnitus. Während beim akuten Krankheitsbild der Tinnitus im Zusammenhang mit einer Ohrerkrankung steht und der Beginn weniger als drei Monate zurückliegt, dauern die Beschwerden beim chronischen Tinnitus bereits länger als drei Monate an. Es ist möglich, dass ein akuter in einen chronischen Tinnitus übergeht – letzterer wird noch einmal in vier Belastungsgrade unterteilt: Betroffene, die ihre Ohrgeräusche kompensieren können (Grad I und II) und Menschen, die unter erheblichem Leidensdruck mit Begleiterscheinungen stehen (Grad III und IV).

Sensibles Hörsystem


Leider lässt sich in den meisten Fällen die Ursache für einen Tinnitus nicht feststellen. Wie komplex ein Tinnitus ist – übrigens keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom für unterschiedliche Störungen – zeigt sich schon daran, dass verschiedene medizinische Disziplinen wie HNO-Medizin, Neurologie und Psychosomatik an den Ursachen forschen. Schon kleinste Störungen im hoch sensiblen Hörsystem können die Hörverarbeitung kräftig durcheinander bringen, mit der Folge, dass sich falsche akustische Informationen unabhängig von äußeren Reizen selbstständig machen und sich im Gehirn festsetzen.

Mit Tinnitus umgehen


Liegt die Ursache für einen Tinnitus im körperlichen Bereich, also stehen die Beschwerden in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Ohrerkrankung, lässt sich dieser Auslöser relativ leicht diagnostizieren: ein Ohrschmalzpfropf etwa, Verletzungen des Trommelfells sowie Entzündungen und Verletzungen in Mittel- und Innenohr. Auch kann ein Tinnitus Symptom für eine Geschwulst des Hörnervs sein oder Nebenwirkung von bestimmten Medikamenten. Bei unbekannten Ursachen jedoch ist eine Therapie natürlich weitaus schwieriger einzuleiten. In den meisten Fällen werden Tinnitus-Patienten dann mit Infusionen, Hörgeräten, Medikamenten und pflanzlichen Präparaten behandelt. Die Wirksamkeit dieser Methoden ist jedoch bislang unklar. Eine bewährte Strategie kann in einer kognitiven Verhaltenstherapie liegen. Betroffene mit chronischem Tinnitus lernen, mit ihren Ohrgeräuschen im Alltag besser umzugehen.
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