Unser „Papa vom Dienst“ war kürzlich im Urlaub – Kater Nils mit Vorliebe für Zecken
Mit Überdruck und kostenlosem WLAN nach Italien

Ich war neulich am Lago Maggiore – toll da. Gab aber kein kostenloses W-LAN. Gut, dass irgendwo immer irgendein Bus rumfährt. (Foto: noe)
(noe)

Unter Druck


Neulich fuhren wir im Auto, als plötzlich diese Warnung im Display aufblinkte: „Reifendruck entweicht – Reifendruck überprüfen“. Mein Töchterchen und ich blickten uns an, schauten auf die Anzeige, blickten uns wieder an – und ich fuhr weiter. Nach einiger Zeit meinte mein Mädchen: „Ist das nicht gefährlich, Papa?“ Ich sagte: „Kind, schlimm wäre es, wenn der CD-Player seinen Geist aufgeben würde.“

Das sah sie ein, wir blickten auf die Anzeige. Glaubte man dem Text im Display, müssten wir längst mit Funkenflug auf den Felgen dahin schleifen. Taten wir aber nicht. Also schauten wir weiter auf die Anzeige, dann auf die Straße, auf der wir so flott unterwegs waren. „Mh“, sagte ich – und drehte die Musik lauter. „Aber vor der Fahrt nach Italien sollte man das schon noch richten lassen, oder, Papa?“
Na gut. Sie hatte gewonnen. Ich fuhr schnurstracks, aber ohne Funkenflug, spontan in die Werkstatt. Ein etwa zwölf Jahre alter Mechatroniker schaute sich die Sache gleich an und meinte: „Kein Problem, das haben wir gleich – wollen Sie normalen Druck oder Überdruck in den Reifen?“ Ich sagte: „Na ja, also, äh, normal hört sich schon gut an.“

Der kleine Junge im Blaumann schleppte ein mächtig schweres Reifenpressluftgerät heran und begann damit, in jeden Reifen Luft zu pumpen. Vorne links, hinten links – dann wuchtete der kleine Mann das riesige Gerät auf die andere Seite des Wagens. Wir schauten ihm begeistert zu. „Was ist denn da eigentlich der Unterschied?“, frage ich, „also, warum sollte man denn Überdruck nehmen?“

Der zwölfjährige Meister war inzwischen am letzten Reifen angelangt und sauber am Schnaufen. „Wenn Sie zum Beispiel eine längere Fahrt machen in nächster Zeit, dann empfiehlt sich Überdruck.“ Ah. Aha. Okay. Ja. Klar. Leuchtet ein. Mein Kind meinte: „Nach Italien zum Beispiel?“ „Ja, zum Beispiel“, sagte der kleine Junge. Er war gerade mit dem vierten Reifen fertig.

Viechereien


Wenn ich mich recht erinnere, habe ich das letzte Mal schon von unserem verhaltensauffälligen Kater Nils erzählt? Das ist der, der immer so lange mit dem Kopf gegen die Terrassentür schlägt, bis man ihn reinlässt. Völlig egal, ob es vormittags, mittags, abends oder morgens um 4 Uhr ist. So Katzen nehmen ja keine Rücksicht auf einen, im Gegenteil, schleppen auch noch Zecken ins Haus! Wir kommen kaum hinterher, ihm die fiesen Biester mit der Zeckenzange rauszuziehen.
Bei mir hatte sich jetzt eine Zecke am Unterschenkel festgesaugt. Das ist eine ernste Sache! Meine Tochter operierte mir das blöde Ding zwei Stunden lang raus, während das andere Kind googelte, was man in so einem Ernstfall tun sollte. „Hier steht, man soll nicht wie früher oft gemacht, die Zecke mit Öl oder Alkohol übergießen, damit sie sich löst, weil dadurch könnte sich die Zecke übergeben und ihren infizierten Speichel erst recht in den Blutkreislauf abgeben.“ Ich habe mich jetzt neu gegen FSME impfen lassen – und soll ich Ihnen was sagen? Der kleine Mechaniker war kurz davor, mir das schwere Reifenpressluftgerät hinterherzuwerfen.

Echt mobil


Wussten Sie eigentlich, dass viele Reisebusse kostenloses WLAN haben? Seit wir das wissen, fahre ich immer stundenlang hinter Reisebussen auf Autobahnen hinterher. Die Kinder loggen sich dann einfach ein und surfen praktisch kostenlos mit. Man muss aber ziemlich nah dran sein, von hinten ist da fast nichts zu machen, also tue ich immer so, als würde ich den Bus überholen und fahre dann neben dem WLAN her. „Wird schwächer, Papa!“ Wieder Gas geben. „So ist gut, Papa.“ Position halten. Natürlich: gefährlich! Nicht nachmachen! Und: Letztendlich doch teuer, weil man ja teilweise in Gegenden fährt, wo man gar nicht hin will und ständig am Tanken ist.
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