Vom Wunderwerk Ohren
Die Welt hören

(Foto: Fotolia)

Die Augen gelten als das Königsorgan des Menschen – dabei leisten die
Ohren nicht minder Faszinierendes: Sind sie es doch, die einen besonderen Zugang zur Welt schaffen. So ist es möglich, dass wir am Telefon ausmachen können, ob der gesprächspartner lächelt oder traurig ist. Selbst inmitten der größten Lärmkulisse sind wir in der Lage, einzelne geräusche herauszufiltern. Der komplexe Aufbau von Ohren macht dies möglich, allerdings ist das sensible Konstrukt auch anfällig für Erkrankungen.

So funktioniert Hören: Zunächst trifft das Geräusch auf die Ohrmuschel, die Schallwellen wandern ins Mittelohr und bringen das Trommelfell zum Vibrieren. Über die drei Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel werden diese Schwingungen nach innen geleitet – zum Innenohr, dem eigentlichen Hörorgan. Hier befindet sich die Gehörschnecke mit ihren Haarzellen, beziehungsweise Sinneszellen mit winzigen Härchen an einem Ende. Die Vibrationen werden in elektrische Impulse umgewandelt und das Signal weiter an den Hörnerv geleitet. Dort gelangt es über die Hörbahn zur Weiterverarbeitung ins
Gehirn. Wir hören die Welt.

Ein hoch komplexes Gebilde das ins Wanken gerät, sobald nur ein kleiner Baustein nicht richtig funktioniert. Ein Tinnitus zum Beispiel kann eine sensible Reaktion der Ohren sein, etwa bei dauerhafter Lärmbelästigung oder Stress. Mediziner unterscheiden zwischen akutem und chronischem Tinnitus. Während beim akuten Krankheitsbild der Tinnitus im Zusammenhang mit einer Ohrerkrankung steht und der Beginn weniger als drei Monate zurückliegt, dauern die Beschwerden beim chronischen Tinnitus bereits länger als drei Monate an.

Wie komplex ein Tinnitus ist – übrigens keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom für unterschiedliche Störungen – zeigt sich schon daran, dass verschiedene medizinische Disziplinen wie HNO-Medizin, Neurologie und Psychosomatik an den Ursachen forschen. Schon kleinste Störungen im hoch sensiblen Hörsystem können die Hörverarbeitung kräftig durcheinander bringen, mit der Folge, dass sich falsche akustische Informationen unabhängig von äußeren Reizen selbstständig machen und sich im Gehirn festsetzen.
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