Von der Herkunft des Christbaumschmucks
Sterne, Holzfiguren und Lametta

(Manuela Madsen)

Das gemeinsame Schmücken des Weihnachtsbaumes – eine nicht wegzudenkende Tradition in vielen Familien, denn schließlich ist der Christbaum das Herzstück unserer Festtage. Warum aber kommen ausgerechnet Kugeln, Sterne, Äpfel, Zuckerstange und Co. an unsere Nadelbäume?



Erstmals wurden zu Zeiten des germanischen Mittwinterfests grüne Zweige und auch kleine Bäumchen in den Häusern aufgehängt. Später, also im Mittelalter, geschah dies meist zur Zeit des Jahreswechsels. Der Grund hierfür war, dass man der grünen Dekoration heilbringende Wirkung nachsagte. Grün galt als Farbe der wiederkehrenden Frische in der Natur, aber auch Hoffnung im übertragenen Sinne. Schließlich bedeutete es Gesundheit und reiche Ernte fürs neue Jahr. Und das war überlebenswichtig.

Im christlichen Glauben ist steht Grün außerdem für die Lebenskraft der immergrünen Pflanzen, die uns vor bösen Dämonen schützen kann. Und so haben es vorzugsweise Tanne und Fichte in unsere Wohnzimmer geschafft.

Der traditionelle Weihnachtsbaum etablierte sich zunächst in der evangelischen Kirche im 18. Jahrhundert, in der katholischen Glaubensrichtung sogar erst im 19. Jahrhundert. Vorher hatte man ausschließlich Krippen als weihnachtliches Sinnbild aufgestellt. Hierher kommen auch die Sterne, die in der späteren Dekoration des Baumes schließlich nicht fehlen durften.

„Das Kindlein auf Heu und auf Stroh“ liegt in der Krippe… Ein Strohstern als Dekoration lag also nahe - und ist seitdem nicht mehr wegzudenken vom Weihnachtsbaum. Sogar bis zur Spitze hat es der Stern von Bethlehem geschafrft. Die Christbaumspitze ist eine der Baum-Form angepasste Sternschnuppe, allerdings gibt es die Bedeutung der Christbaumspitze erst seit Ende des 19. Jahrhunderts. Vorher maß man der Spitze keinerlei Bedeutung zu. Katholische Glasbläser waren es schließlich, die sozusagen die „Krönung“ der Baumspitze vornahmen. Die ersten Spitzen waren tatsächlich aus Glas.

Wiederum sehr früh hatte man bereits begonnen, Äpfel als Zeichen der Dankbarkeit für die gute Ernte an die Bäumchen zu hängen. Im christlichen Glauben übernahm man dies schnell - und so wurden in Kirchen „Paradiesbäume“ mit Äpfeln in Anlehnung an die Geschichte von Adam und Eva aufgestellt. Weiterführend wurden diese Äpfel in Gold und Silberpapier eingewickelt, um die Anziehungskraft des Apfels noch weiter zu betonen. Hieraus entstanden schließlich die Christbaumkugeln.

Justus von Liebig gelang es erstmals 1870, einen runden Glaskörper von innen heraus zu versilbern. Ganz ohne Absicht war dies der Startschuss für Christbaumschmuck. Die ersten Christbaumkugeln entstanden später in einer Thüringer Glashütte.

Nicht alles, was an unseren Christbaum kommt, hat einen rein religiösen Ursprung. Tannenzapfen und Mohnkapseln galten als Fruchtbarkeitssymbole – und so hingen Frauen mit Kinderwunsch Tannenzapfen oder Mohn an die Bäume in der Hoffnung, im nächsten Jahr ein Kind zu gebären. Man begann recht bald, diese Früchte zu vergolden oder versilbern um deren Bedeutung zu betonen.

Nüsse und Gebäck, später auch Zuckerstangen waren Zeichen von Wohlstand - und dieser sollte ins neue Jahr hinein erhalten bleiben. Also fanden sich auch diese Dinge am Weihnachtsbaum wieder. Die erste große Herausforderung für Kinder an Weihnachten entstand. Schließlich durfte der Baum erst am 6. Januar geplündert werden.

Im 17. Jahrhundert begann man, aus Holz gezielt Christbaumschmuck zu fertigen. Holzschmuck ist seitdem von großer Bedeutung am Baum. Zunächst hielt man sich mit Holzsternen und christlichen Engeln an bekannte Formen. Bald jedoch entstanden Holzpferde und Nikoläuse aus Holz. Die Figuren waren meist dem Adel vorbehalten, der seinen Baum reichlich schmückte.

Gleiches gilt für die Beleuchtung. Christbaumkerzen blieben der breiten Bevölkerung bis hinein ins 19. Jahrhundert verwehrt, auch aus Angst vor Bränden. Erst als der Glaube an das Licht als Symbolik für Jesus Christus sich immer mehr ausbreitete, kamen die Kerzen am Baum flächendeckend zum Einsatz – belegt sind sie zunächst in Zunfthäusern des 17. Jahrhunderts.

Erst im 20. Jahrhundert entwickelte sich die industrielle Fertigung von Lametta für Weihnachten. 1878 war es erstmals in Nürnberg hergestellt worden. Und wiederum Stroh und Heu sollte hier die Symbolik sein. Am Christbaum taucht Lametta übrigens in Italien erstmals auf. Daher der Name Lametta. Es kommt als Verkleinerungsform im italienischen vom lateinischen Wort „lama“ und bedeutet „Metall“.

Elektrische Lichterketten sind ganz klar eine der jüngsten Erfindungen und wurden erstmals in den USA als Christbaumschmuck eingesetzt.
Übrigens ist der neue Trend bei den Christbaumkugeln wieder aus Glas – individuell bedruckt mit Motiven der eigenen Familie.
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