Von Großhirn, Zwischenhirn, Kleinhirn und Hirnstamm
Die Schaltzentrale

(Foto: Fotolia)

Eigentlich ist es von vornherein zum Scheitern verurteilt: Das Gehirn kurz und prägnant auf diesen beiden Seiten erklären – zu komplex, zu faszinierend ist unser Denkorgan. Dennoch hier der Versuch, dem menschlichen Hirn, seinem Aufbau und seiner Arbeitsweise auf die Spur zu kommen.

Unser Gehirn ist immer aktiv. Am Tag. In der Nacht. Wenn wir wach sind, wenn wir schlafen. Permanent nimmt es Sinneseindrücke jeglicher Art wahr und verarbeitet sie, leitet als zuverlässige Schaltzentrale alle Reize präzise an die richtigen Stellen weiter. Ohne das Gehirn gäbe es keinen Kontakt zur Außenwelt, unser Denkorgan nimmt eine Schlüsselrolle ein, regelt das komplexe Zusammenspiel einzelner Muskeln, beeinflusst Organfunktionen und Wahrnehmung. Gemeinsam mit dem Rückenmark bildet unser Gehirn das Zentralnervensystem, es ist die Steuerzentrale des Körpers.

Das Großhirn


Im Wesentlichen lässt sich das Gehirn in vier große Bereiche einteilen: Großhirn, Zwischenhirn, Kleinhirn und Hirnstamm. Unser Denken, Fühlen und Handeln wird vom Großhirn gesteuert, jenes hoch komplexe Gebilde, das im Innern aus einem dichten, weißen Neuronengeflecht besteht und von einer Großhirnrinde umgeben ist. Auf jeder Seite wird die Großhirnrinde in vier Lappen unterteilt: Frontallappen, Temporallappen, Okzipitallappen und Parietallappen. Verschiedene Regionen in den einzelnen Lappen haben bestimmte Funktionen – beispielsweise ist der Frontallappen in erster Linie für Motorik zuständig.

Das Zwischenhirn


Zwischen dem Großhirn und Hirnstamm liegt das Zwischenhirn. Wichtige Aufgaben wie zum Beispiel die Balance halten zwischen den beiden Gegenpolen des vegetativen Nervensystems – dem Sympathikus und Parasympathikus – fallen in diesen Zuständigkeitsbereich. Ebenso verarbeitet das Zwischenhirn Gefühle wie Trauer und Freude. Das Zwischenhirn besteht aus den Teilen Thalamus, Hypothalamus, Subthalamus, Metathalamus und Epithalamus; mit dem Thalamus erfüllt es eine wichtige Filter- und Auslesefunktion, indem nicht alle Reize an das Großhirn weitergeleitet werden. Der Hypothalamus hingegen ist eine wichtige Steuerzentrale des Hormonsystems. Das Zwischenhirn arbeitet eng mit dem Großhirn zusammen.

Das Kleinhirn


Wie der Name schon sagt, ist das Kleinhirn im Vergleich zu den anderen Hirnregionen kleiner – es ist nur ein Siebtel so groß wie das Großhirn. Seine Aufgaben mit der Regulation von Gleichgewichtssinn und dem Koordinieren von Bewegungen sind hingegen von großer Bedeutung.

Der Hirnstamm


Keine Informationen gelangen zum Großhirn, ohne dass sie die Bahnen des Hirnstamms durchlaufen – der Hirnstamm verlängert sich nach unten in das Rückenmark. Viele wichtige Vitalfunktionen werden hier reguliert, dazu zählen etwa der Kreislauf, der Blutdruck, die Atmung und der Schlaf.

Gehirn-Training
Wenn man längere Zeit im Bett liegt, werden die Muskeln schlaff. Nicht anders ist es mit dem Gehirn: Nur steter intensiver Gebrauch hält dieses Wunderwerk fit. Da die Formbarkeit des Gehirns ein Leben lang anhält, sind die Voraussetzungen zum Lernen und zu einem guten Gedächtnis bis ins hohe Alter gegeben. Nicht nur gezielte Übungen und Spiele wie beispielsweise Sudoku oder Memory halten den Geist in Schwung – auch der Austausch mit anderen Menschen ist ein unverzichtbares Gehirn-Training. Denn Kommunikation hält lebendig und regt zum Nachdenken an. Auch Theater- oder Museumsbesuche erfrischen den Geist. Wer jetzt noch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achtet, der kann auch mit 80 genauso fit im Kopf sein wie mit 18.
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