Vor dem Gesundheitstag: Auf ein Gespräch mit Dr. med. Klaus Ebenburger
„Impfen ist die einfachste Art der Gesundheitsvorsorge“

Dr. med. Klaus Ebenburger, Impfexperte aus Amberg

Wie gelingt es, ein gesundes und glückliches Leben zu führen? „Die Basis muss stimmen“, sagt der Amberger Reisemediziner Dr. Klaus Ebenburger und betont: „Wenn der Mensch in seiner „Mitte“ ist – wenn er also nicht nur frei von Krankheiten, sondern ganzheitlich gesund ist – dann hält seine körpereigene Abwehr Angriffen von außen stand.“ Dem Impfen als effektive Gesundheitsvorsorge kommt dabei eine besondere Rolle zu.

„Impfen ist die einfachste, eleganteste und nicht zuletzt billigste Art der Gesundheitsvorsorge.“ Wer mit dem Experten über seinen persönlichen Impfstatus sprechen möchte, hat beim Gesundheitstag am Sonntag, 18. September von 12 bis 17 Uhr im Landratsamt Amberg-Sulzbach (König-Rupprecht-Saal) ideale Gelegenheit dazu. Wir haben vorab mit dem Mediziner gesprochen.

Herr Dr. Ebenburger – Sie engagieren sich seit Jahren in der Landes-
arbeitsgemeinschaft Impfen im Bayerischen Gesundheitsministerium (LAGI), warum liegt Ihnen das Thema Impfen so am Herzen?

Als Reisemediziner weiß ich, wie wichtig und wirksam Impfungen sind. Vor allem bei Reisen in exotische Länder bedeutet das Impfen gegen Gelbfieber, Hepatitis, Typhus, Tollwut oder Cholera ein gutes Stück sicheres und unbeschwertes Abenteuererlebnis. Es muss allerdings keine spektakuläre Reise sein, um sich beispielsweise mit Hepatitis A zu infizieren, da reicht schon eine gewöhnliche Mittelmeerreise. Impfen ist eine große Errungenschaft der modernen Medizin und schützt alle Menschen. Das Risiko einer Nichtimpfung mit der Gefahr einer ernsthaften Erkrankung ist bedeutend größer als das Risiko von Nebenwirkungen der Impfung.

Bleiben wir vor der eigenen Haustür: Welche Impfungen sollte denn jeder haben?
In aller Regel wird für die erste Grundimmunisierung im Säuglingsalter ein Sechsfach-Impfstoff verwendet: Er immunisiert gegen Diphterie, Hepatitis B, Hib (Haemophilus influenzae), Keuchhusten, Kinderlähmung (Polio) und Wundstarrkrampf (Tetanus). Weitere Impfungen im Kindes- beziehungsweise Jugendalter sind empfohlen gegen Pneumokokken und Meningokokken, sowie gegen Windpocken, Mumps, Masern und Röteln. Spätestens im frühen Erwachsenenalter sollte eine erste Auffrischung erfolgen, da der Impfschutz gegen die Erreger nicht von Dauer ist. Speziell gegen Tetanus und Diphterie ist eine Auffrischimpfung im Abstand von zehn Jahren ratsam.

Wie ist es denn um die Impftüchtigkeit der Oberpfälzer Ihrer Einschätzung nach bestellt?
Impfen ist generell kein Selbstläufer, schätzungsweise jeder Dritte weist eine Impflücke auf. Es muss immer wieder auf die Wichtigkeit und Wirksamkeit des Impfens aufmerksam gemacht werden. So können Tetanus-Erreger schon bei Bagatellverletzungen wie Schürfwunden in den Körper eindringen und dort tödliche Giftstoffe produzieren. Besonderes Augenmerk sollte auf ältere Menschen gelegt werden, die oftmals nicht gegen Pertussis, also Keuchhusten geimpft sind. Unwissentlich werden Großeltern zu einer Gefahr für ihre Enkelkinder, wenn sie Keime übertragen.

Als Impfexperte stehen Sie beim Gesundheitstag als Gesprächspartner zur Verfügung – was macht diesen Tag so besonders?
Hier können wir in lockerer Atmosphäre über den persönlichen Impfstatus sprechen – quasi auf ein Pläuschchen, ohne die Schwellenangst, die möglicherweise in einer Arztpraxis herrscht: Gibt es Lücken bei den Basisimpfungen? Sind Auffrischungen notwendig? Welche Impfungen sind individuell ratsam, wenn eine exotische Reise ansteht? Wichtig ist, dass die Menschen ihren Impfpass mitbringen, den wir dann gemeinsam analysieren. Ohne Versichertenkarte, ohne lange Wartezeiten.
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