Vorwurf gegen Felix Sturm
Mahir, Felix und der zweifelhafte Sieg

Oberhausen. Sohn Mahir ist stolz auf Papa Felix Sturm, aber die harten Vorwürfe auf der Pressekonferenz lauteten "Raub" und "Todesstoß für den Boxsport". Die "13. Runde" in den Katakomben der König-Pilsener-Arena von Oberhausen war mindestens so energiegeladen wie die 12 Runden davor im Ring. Auf dem Weg zu seinem umstrittenen Rekord hatte der neue Weltmeister Felix Sturm ohne Unterlass die Fäuste fliegen lassen. Aber der entthronte Titelträger Fjodor Tschudinow war noch fleißiger - er hatte den Sieg eigentlich verdient. Die Punktrichter errechneten jedoch ein 114:114, 115:113, 115:113 für den 37 Jahre alten Sturm, der als erster deutscher Profiboxer zum fünften Mal Weltmeister wurde. Die rund 9000 Zuschauer schienen wegen des Urteilsspruchs so perplex, dass sogar überbordender Jubel für den Lokalmatador ausblieb. "Das war vielleicht mein letzter Kampf", sagte Sturm - offenbar nicht ganz ernst gemeint. 2,82 Millionen Zuschauer verfolgten das WM-Duell bei SAT.1. Dessen Experte Axel Schulz, der vorher öffentlich eine weitere Sturm-Niederlage prophezeit hatte, musste derweil Abbitte leisten, enterte den Ring und zog zu Ehren Sturms seine obligatorische Kopfbedeckung. Noch vor der Urteilsverkündung hatte er sich unten am Ring vom neuen Titelträger böse Worte anhören müssen.

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