Wichtiger Teil der Hochzeitsfeier – Menü oder Büfett: So werden Gäste und Brautpaar glücklich – 50 bis 70 Euro pro Person kalkulieren
Nur nicht beim Essen sparen

Wer im kleinen Rahmen heiratet, sollte beim Dinner statt eines Büfetts lieber ein festliches Menü wählen. (Foto: Archivbild: dpa / Andrea Warnecke)
 
Klassische Menütafel bei der Hochzeit: Oft ist es festlicher als ein Büfett, und es lassen sich mehr Gänge unterbringen. (Foto: dpa / Optimahl Catering GmbH)
(dpa/tmn)

Der Ort für die Party ist gefunden, Kleid und Anzug werden noch umgenäht, die Blumendekoration ist bestellt – fehlen nur noch die passenden Speisen für die Hochzeitsfeier am Abend. Er will ein Menü, sie lieber ein Büfett. Tatsächlich hat beides Vor- und Nachteile.

Bei einem Büfett ist für jeden etwas dabei, es gibt eine große Auswahl und Vielfalt der Speisen. „Außerdem mischen sich die Gäste, es findet ein Austausch statt und erste Gespräche“, erklärt Steffen Schwarz, Leiter der Trainingsakademie der Metro in Berlin. Und ein Büfett ist weniger steif als ein Vier-Gang-Menü.

„Bei den Hochzeiten, bei denen ich Gast war und es ein Büfett gab, saß ich ständig allein am Tisch“, erinnert sich dagegen Monica Faas. Sie ist Weddingplanerin im „Hotel de Rome“ in Berlin. „Es gab kein gemeinschaftliches Essen, ständig war Unruhe, weil einer nach dem anderen aufstand, um sich wieder etwas vom Büfett zu holen.“

Bei einem Menü ist das anders, man sitzt zusammen und genießt das Essen. Allerdings hat auch diese Speisenwahl Nachteile. „Man sitzt die ganze Zeit nur mit denselben Personen am Tisch und unterhält sich im Zweifelsfall nur mit den direkten Sitznachbarn“, sagt Schwarz. Der Tipp des gelernten Kochs: Bei bis zu 30 Gästen eignet sich ein Menü gut, ab 30 Leuten empfiehlt er ein Büfett.

Inspirieren lassen


Und zwar eines, das nicht nur die üblichen Verdächtigen auf dem Tisch verteilt
wie Schweinemedaillons in Sahnesoße, Gemüse, Kartoffeln, Reis und Schokomus oder Rote Grütze als Dessert. Damit wird zwar jeder satt, aber das Angebot ist doch einfallslos. Eine hübsche Idee ist es, wenn man sich von der Hochzeitsreise inspirieren lässt. Reist das Brautpaar nach Thailand, können die Speisen ganz im Zeichen Asiens stehen. Geht es nach Italien oder Spanien, bietet man Spezialitäten der Länder an. „So nimmt man seine Gäste ein bisschen mit“, findet Schwarz. Er rät, das Büfett entsprechend bei den Gästen anzukündigen. Wer keine besondere Reise unternehmen wird, kann sich auch ohne Anlass ein bestimmtes Thema für die Speisen überlegen und das Angebot für Vorspeise, Hauptgang und Dessert darauf abstimmen.

Live-Stationen


Allerdings sollte man nicht einfach Platten und Schüsseln auf den Tisch stellen und den Gast sich seinen Teller füllen lassen. Ein bisschen Unterhaltung darf auch bei einem Büfett sein. „An Live-Stationen können Köche zum Beispiel Steaks braten oder Fisch zubereiten“, rät Florian Semmler vom Catering-Unternehmen Optimahl in Berlin. Monica Faas rät all den Brautpaaren, die sie begleitet, dennoch zu einem Menü. Das sei festlicher. Dabei sollten es vier oder fünf Gänge sein. Drei Gänge sind zu wenig. „Da fängt man gerade an und ist fast schon wieder fertig“, sagt Semmler.

Bei den Hochzeiten, bei denen ich Gast war und es ein Büfett gab, saß ich ständig allein am Tisch.Monica Faas, Weddingplanerin

Außerdem können bei vier Gängen besser Reden untergebracht werden. Die Vorspeise kann ein Salat oder eine Suppe sein, für den Zwischengang empfiehlt Faas Risotto oder Fisch. Beim Hauptgang sollte es Fleisch sein. „Rinder- oder Kalbsfilet kommt immer gut an“, sagt Schwarz.

Ganz im Gegensatz zu Schwein oder Lamm. „Lamm oder Wild sind zu speziell, das mag nicht jeder. Auch Schwein mag nicht jeder“, erklärt Faas. A propos Geschmäcker: „Brautpaare sollten auf der Einladungskarte gleich darum bitten, dass man durchgibt, wenn man bestimmte Sachen nicht essen kann oder möchte.“ Das gilt übrigens für Menü ebenso wie für Büfett, und nicht nur für Vegetarier oder Menschen mit Zöliakie, sondern auch für Schwangere.


Extra Kindermenü


Für Kinder sollten bei einem Menü wie auch bei einem Büfett besondere Gerichte angeboten werden. „Ich finde eine Karte mit einem eigenen Kindermenü schön“, sagt Schwarz. Kartoffel- oder Tomatensuppe kommen gut an, ebenso Nudeln, Fischstäbchen und Kartoffelpüree.

Mit Blick auf die Kosten geben sich Menü und Büfett nicht viel. 50 Euro pro Person sollten die Gastgeber für das Essen ausgeben, Monica Faas kalkuliert bei einem Vier-Gang-Menü etwa 70 Euro.

Bei Gängen spielen


„Viele Brautpaare wollen beim Essen sparen“, stellt Semmler fest. Manch einer
geht von 20 Euro pro Person aus. Doch soll der Genuss wirklich zu kurz kommen? Semmler rät, auf hochwertige Produkte zu setzen und dann lieber bei den Gängen zu spielen. So kann das Paar als Zwischengang nur eine Suppe anbieten und dann den Hauptgang fulminant gestalten.

Auch das Dessert sollte als Abschluss des Dinners nicht unterschätzt werden. Es setzt sowohl bei Menü als auch beim Büfett einen tollen Schlusspunkt. Am besten werden verschiedene Variationen auf einem Extratisch präsentiert – auch beim Menü. So kann jeder selbst auswählen, was er mag und wann er es essen möchte.



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