115 Euro je Kuka-Aktie
Midea legt offizielles Angebot für Augsburger Roboterbauer vor

"For sale - Zu verkaufen": Roboter von Kuka sind weltweit im Einsatz. Nun will der chinesische Konzern Midea seinen Anteil an dem bayerischen Unternehmen ausbauen. Archivbild: dpa

Staats- und Privatfirmen aus China gehen schon länger weltweit auf Einkaufstour - und kaufen immer wieder auch europäische Spitzentechnologie. Nun geht es um den Augsburger Roboterbauer Kuka.

Augsburg. Der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea macht mit seinen Übernahmeplänen für den Roboterbauer Kuka ernst. Am Donnerstag legte Midea ein Übernahmeangebot vor. Damit bestätigen der Konzern die Pläne, den Anteil an dem Augsburger Unternehmen auf über 30 Prozent erhöhen zu wollen. Wie hoch der Anteil an Kuka wird, hängt davon ab, wie viele Aktionäre ihre Anteilsscheine abgeben.

Midea bietet wie bereits bekannt 115 Euro je Aktie und bewertet das Unternehmen demnach mit knapp 4,6 Milliarden Euro. Die Annahmefrist läuft bis zum 15. Juli 24 Uhr. Midea bekräftigte, es solle kein Beherrschungsvertrag abgeschlossen werden. Kuka solle auch nicht von der Börse genommen werden. Zu Berichten, Midea begnüge sich auf Druck der Bundesregierung mit einem Maximum von 49 Prozent der Aktien, sagte eine Midea-Sprecherin, rein rechtlich sei die Festlegung einer solchen Obergrenze nicht möglich. Midea hält bereits über zehn Prozent der Kuka-Aktien. Größter Anteilseigner ist bislang die Voith-Gruppe mit 25,1 Prozent. "Wir haben die Veröffentlichung der Angebotsunterlage zur Kenntnis genommen", hieß es bei Voith. "Voith wird das Angebot nun eingehend und sorgfältig prüfen. Sollte es Neuigkeiten geben, werden wir uns äußern."

Bei Kuka hieß es, der Vorstand werde das Angebot prüfen und spätestens in zwei Wochen eine begründete Stellungnahme abgeben. Berichte, wonach der schweizerische Industriekonzern ABB eine Gegenofferte prüfe, wollte Kuka nicht kommentieren. Midea habe bereits im Mai Zugeständnisse für den Fall der Übernahme angekündigt, erklärte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Augsburg und Kuka-Aufsichtsratsvize Michael Leppek am Donnerstag. "Es muss jetzt darum gehen, diese Zugeständnisse festzuschreiben, um sicherzustellen, dass die Arbeitsplätze langfristig abgesichert, die Eigenständigkeit von Kuka bewahrt und das Know-how geschützt werden." Auch müssten Sorgen um die Datensicherheit ernstgenommen werden.

Beleuchtung, Schweißtechnik, IndustrieroboterKuka gilt als eines der deutschen Vorzeigeunternehmen für die sogenannte Industrie 4.0, also die digitale Vernetzung von Fabriken. Nachdem die Kuka AG lange von der Automobilwirtschaft abhängig war, stoßen die Augsburger inzwischen auch in andere Geschäftsfelder vor. Ein wesentlicher Schritt dafür war 2014 die Übernahme des Schweizer Logistikdienstleisters Swisslog, der auf Krankenhaus-Logistik spezialisiert ist. Inzwischen hat Kuka dadurch weltweit mehr als 12 000 Mitarbeiter. Gegründet wurde das Unternehmen 1898 von Johann Josef Keller und Jakob Knappich. Kuka steht für die Anfangsbuchstaben von "Keller und Knappich Augsburg". Zunächst wurden Haus- und Straßenbeleuchtungen produziert, später wird Kuka ein Spezialanbieter von Schweißtechnik. Seit den 1970er Jahren erhält das Unternehmen sein heutiges Gesicht, Kuka wird einer der weltweit führenden Herstellern von Industrierobotern. (dpa)
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