158 Stufen zum Panorama

Mittlerweile sind alle Kanzeln montiert. Ende Mai öffnet der Rödlaser Aussichtsturm wieder für Besucher. Bild: hfz

Nach einer Bauzeit von sieben Monaten gehen die Sanierungsarbeiten am Aussichtsturm in Rödlas ihrem Ende entgegen. Ende Mai dürfen die Ausflügler wieder auf die Kanzeln steigen.

Dass sich der Zweigverein Massenricht des Oberpfälzer Waldvereins (OWV) überhaupt auf diese Herausforderung einließ, den Turm zu renovieren, ist vor allem einer Förderung durch die Europäische Union zu verdanken. Aus Brüssel gab es Geld für die grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen Bayern und Böhmen. Aber auch die Stadt Hirschau und andere Förderer tragen durch ihre Unterstützung zum Erhalt des Turmes bei.

Von Anfang an war den Verantwortlichen, allen voran Vorsitzendem Gerhard Lehner und seinem Stellvertreter Dieter Kohl, klar, dass ein solches Projekt für den OWV-Zweigverein nur als Gemeinschaftsprojekt gelingen kann. "Ihrem Engagement ist es letztlich auch zu verdanken, dass eine breite Förderung des Projektes erfolgte", erklärt Architekt Heinrich Schwirzer aus Freihung. Nach intensiven Prüf- und Planungsverfahren begannen die Sanierungsarbeiten im September vergangenen Jahres. Bedingt durch die exponierte Lage auf etwa 600 Metern Höhe mussten die Bauarbeiten immer wieder unterbrochen werden. Witterungsbedingt war die Baustelle zum Beispiel wegen Schneeeinbruchs mehrmals nicht erreichbar. Zuletzt mussten die Arbeiten beim Anbringen der untersten Kanzel noch einmal gestoppt werden, da Sturmtief Niklas, mit Windböen von bis zu 22 Metern pro Sekunde, die Hubarbeiten unmöglich machte. Entsprechend der Planung und Bauleitung des Architekturbüros Schwirzer gehen nun die letzten Arbeiten über die Bühne, bevor der Turm mit seinen 158 Stufen bis zur obersten Aussichtsplattform Ende Mai wieder der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden kann.

Sonderkonstruktion

Die seit dem Bau im Jahr 1976 an vielen Teilen der Konstruktion aufgetretenen Schäden sind dann saniert. Die Betonflächen wurden innen und außen überarbeitet und mit modernen Schutzsystemen versehen. Bei Wand-, Decken- und Treppenbauteilen behoben die Arbeiter nicht nur konstruktive Mängel, sondern auch optische. Die Kanzeln und deren Aufhängevorrichtungen wurden ebenfalls saniert und neu beschichtet.

"Wie anspruchsvoll diese Arbeiten schon allein wegen Form und Lage des Turms waren, lässt sich nach Fertigstellung der Arbeiten nur noch erahnen", sagt Architekt Schwirzer. Wegen des dreieckigen Grundrisses mit mehreren in unterschiedlicher Höhe auskragenden Kanzeln sei Fachkenntnis und Fingerspitzengefühl nötig gewesen. "Wir mussten aufwendige Sonderkonstruktionen für den Gerüstbau entwickeln." Auch die am Turm angebrachten Mobilfunkeinrichtungen hätten die Arbeiten erschwert, denn ihr Betrieb durfte nicht beeinträchtigt werden.
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