Ab in den Kasten

Die großen Brüder der Briefkästen: Die Deutsche Post will im kommenden Jahr auch Mehrfamilienhäuser mit Paketkästen ausstatten. Hier kann der DHL-Mitarbeiter dann große Sendungen hinterlegen. Bild: dpa

Der wachsende Online-Handel treibt auch den Paketmarkt an. Doch was, wenn der Empfänger nicht daheim ist? Die Post weitet deshalb ihr Paketkasten-System aus. Doch auch die Konkurrenz schläft nicht.

Der Wettbewerb auf dem boomenden deutschen Paketmarkt wird härter. Nach der Deutschen Post wollen nun auch die Konkurrenten Hermes, DPD und GLS einen Paketkasten in Wohnhäusern einführen.

Das System soll, anders als das der Post, für alle Anbieter offen sein. Es soll im kommenden Sommer auf den Markt kommen, wie die Unternehmen in Düsseldorf erklärten. Auch die Post kündigte eine Ausweitung des Angebots an: Im kommenden Jahr sollen auch Mehrfamilienhäuser mit Paketkästen ausgestattet werden.

Bisher hatte die Post die Boxen nur in Ein- und Zweifamilienhäusern installiert. Nun kommen mehr als Tausend große Mietshäuser in Berlin dazu. Später solle das System wahrscheinlich auf ganz Deutschland ausgeweitet werden, sagte Thomas Ogilvie, Geschäftsführer von DHL Paket Deutschland, in Berlin.

DHL unkooperativ

Die Paketkästen sind so etwas wie der die großen Brüder des Briefkastens: Die Sendungen werden auch dann zugestellt, wenn der Empfänger nicht zu Hause ist. Auch Rücksendungen können abgewickelt werden. Die Kästen der Post sind allerdings nur für die eigenen DHL-Zusteller zugänglich. Pakete der Konkurrenz werden nicht angenommen. "Eine direkte Zusammenarbeit mit dem Wettbewerb ist für uns nicht in Sicht", sagte Ogilvie.

Die DHL-Konkurrenten dagegen setzen auf Kooperation: Mit ihrem anbieterunabhängigen System wollen Hermes, DPD und GLS die Zustellung für die Kunden deutlich bequemer machen. Es soll allen Paketdiensten - auch der Post-Tochter DHL - offenstehen und sogar vom Pizza-Service oder der örtlichen Apotheker genutzt werden können.

"So wie heute schon einen Briefkasten wird künftig jeder einen Paketkasten haben", sagte GLS-Chef Rico Back. Das von den Post-Konkurrenten entwickelte System könne zum neuen Standard werden, weil es ein Durcheinander verschiedener Paketkästen - einen "Kleinkrieg im Vorgarten" - verhindere. Die Hersteller gehen davon aus, dass in fünf bis sieben Jahren schon zehn Prozent aller Paketzustellungen über Paketkästen erfolgen dürften.
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