Abgas-Krise bei VW: Weitere Klagen drohen - Haushaltssperre in Ingolstadt
Subventionen auf dem Spiel

Bei Audi ist die Krise längst angekommen. Ingolstadt verhängte eine Haushaltssperre. Archivbild: dpa
Im Abgas-Skandal drohen Volkswagen neben Schadenersatzansprüchen und Sammelklagen weitere Kosten. Die Regierungen in Frankreich und Spanien erwägen, Subventionen zurückzufordern. In den USA gingen weitere Klagen gegen Volkswagen ein. Der Bezirk Harris County mit Sitz in Houston (Texas) fordert wegen Luftverpestung durch mindestens 6000 in der Region verkaufte VW-Diesel mehr als 100 Millionen Dollar (89 Millionen Euro).

Bevor das Aufsichtsratspräsidium am Mittwoch erste Schlüsse aus den internen Untersuchungen zog, gab es bei der VW-Tochter Porsche den erwarteten Führungswechsel. Der bisherige Produktionsvorstand Oliver Blume folgt auf Matthias Müller, der jetzt neuer VW-Konzernchef ist.

Nach Informationen des "Manager Magazin" wurden zudem bereits ein Dutzend VW-Mitarbeiter beurlaubt. Sie seien an Entwicklung und Einsatz der zur Manipulation von Abgaswerten genutzten Software beteiligt gewesen oder hätten zumindest frühzeitig davon gewusst. Betroffen seien Entwickler und Manager in Deutschland sowie den USA. Nach Volkswagen stellte am Mittwoch auch die Konzerntochter Audi Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Ingolstadt. "Damit wollen wir den Prozess der Aufklärung unterstützen", erklärte ein Audi-Sprecher.

Nach Wolfsburg und Braunschweig zieht auch die Audi-Stadt weitere Konsequenzen: Ingolstadt hat eine Haushaltssperre von 15 Prozent für die Jahre 2015 und 2016 verhängt. Normalerweise liegt die Sperre bei 10 Prozent. Ein Stadtsprecher sagte, dies sei "ausschließlich eine Vorsichtsmaßnahme". Die Städte fürchten, dass wegen des Skandals weniger Gewerbesteuer fließen könnte.
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