Abgas-Skandal: Bislang keine Anzeichen für Mitschuld auf Vorstandsebene
VW will Vorstand für Krisenjahr 2015 entlasten

Hessa Al-Jaber. Archivbild: dpa

Wolfsburg. Der VW-Konzern sieht im Abgas-Skandal bisher weiter keine Anzeichen für eine mögliche Mitschuld auf Vorstandsebene. Bei der Hauptversammlung Ende Juni soll daher der komplette Vorstand für das Geschäftsjahr 2015 entlastet werden. Das teilte der Konzern am Mittwoch in Wolfsburg mit. Aufsichtsrat und Vorstand betonten aber, dass der Vorschlag unter dem Vorbehalt stehe, dass die weiter laufende Untersuchung bis zum Aktionärstreffen am 22. Juni nichts Belastendes zutage fördere. Mögliche Schadenersatz-Ansprüche blieben erhalten. Wie erwartet will zudem der Großaktionär Katar mit der Ingenieurin Hessa Al-Jaber erstmals eine Frau in den Aufsichtsrat von VW entsenden. Mit ihrer Wahl würden zusammen mit der Vorstandschefin der schwedischen Bank SEB, Annika Falkengren, und der Unternehmerin Louise Kiesling drei der zehn Anteilseigner-Sitze im 20-köpfigen Kontrollgremium von Frauen eingenommen, wie Volkswagen mitteilte. Al-Jaber soll den Vizechef der Katar-Holding, Hussain Ali Al-Abdulla, ablösen. Katar hat zwei Sitze im Aufsichtsrat von Europas größtem Autobauer. Derweil zeigte die Belegschaft an mehreren VW-Standorten ihren Unmut. Allein in Wolfsburg zogen mehr als 30 000 Mitarbeiter vor das Vorstandshochhaus und forderten in der laufenden Haustarifrunde ein spürbares Lohnplus und eine endgültige Einigung auf ihre zugesagte Anerkennungsprämie. Für die Anerkennungsprämie steht Konzernchef Matthias Müller schon im Wort - nur ihre Höhe ist noch unklar.

Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.