Abgas-Skandal und Elektromobilität
VW plant Fahrt in eine saubere Zukunft

Vergangenheit und Zukunft: Ein Erfolg bei alternativen Antrieben könnte VW auch helfen, den Abgas-Skandal hinter sich zu lassen. So will der Autobauer mit einem Elektromobil an das Erbe des legendären Bulli anknüpfen. Bild: dpa

Auf der Technik-Messe CES in Las Vegas setzt Volkswagen mit einem vernetzten Elektro-Prototypen voll auf Innovation. Doch der Abgas-Skandal hat den Konzern weiter im Griff.

Las Vegas/Wolfsburg. VW will mit einem Elektromobil an das Erbe des legendären Bulli anknüpfen und aus dem Schatten des Abgas-Skandals treten. Volkswagen-Markenchef Herbert Diess stellte auf der Technik-Messe CES in Las Vegas das Modell BUDD-e vor, dessen Design als eine stark modernisierte Version beliebter alter Wagen wie des T1 aus den 50er Jahren daherkommen soll.

Erst Ende des Jahrzehnts


"Das neue Volkswagen steht für erschwingliche Elektromobilität", sagte Diess. Neben dem BUDD-e führte VW auch den e-Golf Touch vor, der einen Elektroantrieb hat und im Cockpit auch per Gestensteuerung bedient werden kann. Preise wurden nicht genannt. Mit BUDD-e will Volkswagen auch seine Vision der automobilen Zukunft präsentieren. Der Prototyp sei fest im Internet der Dinge verankert, sagte Diess. So könne man aus dem Cockpit in den Kühlschrank schauen oder sehen, wer zu Hause an der Tür klingelt. Auf Sprachbefehl könne der BUDD-e zum Beispiel die Beifahrertür öffnen. Die Akkus für eine Reichweite von 375 Kilometer sorgen. Ein solches Auto könnte zum Ende des Jahrzehnts auf die Straße kommen, sagte Diess. Der e-Golf Touch hingegen solle binnen eines Jahres auf dem Markt sein.

Ein Erfolg bei alternativen Antrieben könnte VW auch helfen, den Abgas-Skandal hinter sich zu lassen. Zum Beginn des Auftritts am späten Dienstag (Ortszeit) entschuldigte sich der VW-Markenchef für die Manipulation der Abgaswerte bei rund elf Millionen Fahrzeugen. Volkswagen sorge dafür, dass so etwas nie wieder passieren könne. Er sei zuversichtlich, dass eine technische Lösung gefunden werde, die Anforderungen von US-Behörden entspreche, sagte Diess.

Bis zu 45 Milliarden Dollar


Der Konzern war vom US-Justizministerium wegen des Abgas-Skandals verklagt worden. Die USA werfen Volkswagen bei der Aufarbeitung der Abgas-Affäre Tricksereien und Täuschung vor. Damit drohen VW theoretisch 45 Milliarden Dollar (41,8 Milliarden Euro) Strafe plus eine weitere Zahlung im Ermessen des Gerichtes. Das geht aus der Klageschrift hervor. Bei der Aufarbeitung geschönter CO2-Werte - neben der Diesel-Affäre eine weitere Großbaustelle für VW - brauchen die Wolfsburger mehr Zeit. Konzernchef Matthias Müller habe die EU-Kommission um einen Aufschub gebeten, sagte ein VW-Sprecher. Nachmessungen der "noch verbliebenen neun Modellvarianten" seien bis zum Jahresende nicht abgeschlossen gewesen.
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