Abgas-Skandal
VW nennt weitere Termine für Rückruf

Für weitere Motoren mit Manipulationssoftware hat VW nun Termine für den Rückruf in die Werkstatt genannt. Bild: dpa

Nach dem Start mit dem Pick-up Amarok geht VW beim Diesel-Rückruf ab Ende Februar in die Vollen. Weitere Termine stehen nun fest. Ärger gibt es in Südkorea.

Wolfsburg. Für Volkswagens Rückruf wegen des Abgas-Skandals gibt es weitere Starttermine. In einem Kundenbrief nennt der Konzern für die Wagen mit dem kleinsten betroffenen Motor mit 1,2 Litern Hubraum einen Beginn der Werkstatt-Aktion ab dem 30. Mai. Die Motoren mit 1,6 Litern Hubraum sind ab dem 5. September an der Reihe. Bereits bekannt ist das Startdatum 29. Februar für die 2,0-Liter-Antriebe. In Deutschland sind rund 2,5 Millionen VW-Modelle von Manipulationen bei Diesel-Abgaswerten betroffen. Wann genau welche Typen dran sind, hängt von den Kombinationen aus Motor, Baujahr und Getriebe ab. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gibt die Termine schrittweise frei. In dem Schreiben heißt es, jeder VW-Halter erhalte noch einen zweiten Brief, der dann zum konkreten Termin in der Werkstatt aufrufe. Alle Fahrzeuge seien auch ohne die Nachbesserung "technisch sicher und fahrbereit".

Die VW-Tochter Audi ruft die vom Abgas-Skandal betroffenen Autos ab März in die Werkstätten zurück. Den Anfang mache der A4 mit 2-Liter-TDI-Motor, sagte ein Sprecher. Bis Mitte des Jahres werde dann schrittweise auch die Motor-Software der anderen Audi-Modelle mit dem gleichen Motor erneuert. Der Rückruf für die Wagen mit 1,6-Liter-Dieselantrieben folge ab September.

Ärger wegen der Affäre haben die Wolfsburger auch im wichtigen Markt Südkorea. Dort hatte das Umweltministerium nach eigenen Abgastests bereits im November für mehrere Modelle der Marken VW und Audi Rückrufe angeordnet - nun durchsuchte die Staatsanwaltschaft die Niederlassung des deutschen Autobauers in der Hauptstadt Seoul. Die Ermittler hätten Dokumente und Festplatten sowie E-Mails an die und von der Konzernleitung in Deutschland sichergestellt, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap. Die Aktion habe unter anderem im Zusammenhang mit dem Vorwurf gestanden, dass VW mangelhafte Rückrufpläne für mehr als 125 000 Dieselautos eingereicht habe. Im Januar hatte das Ministerium gegen den Chef von Audi Volkswagen Korea, Johannes Thammer, Strafanzeige erstattet. VW betonte, man sei mit dem Umweltministerium im Gespräch über einen "zusätzlichen Rückrufplan". Dieser werde bald eingereicht.

Nach einem Bericht des "Manager Magazins" rechnet der Konzern damit, dass die Aufarbeitung des Abgas-Skandals sich auch in den USA weiter hinziehen könnte. Manager erwarteten dort keine Einigung mit den Behörden über Lösungen für die manipulierten Autos vor Ende März, schrieb das Blatt. Zudem würden die zurückgelegten 6,7 Milliarden Euro womöglich nicht ausreichen. Bei VW hieß es: "Das sind Spekulationen, die wir nicht kommentieren."
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