Abschied mit Gewinnsprung

Doppelter Chef zum Abschluss: Reto Francioni verlässt nach der Hauptversammlung im Mai den Chefposten der Deutschen Börse. Am Donnerstag stellte er die Zahlen für 2014 vor. Bild: dpa

Die Deutsche Börse hat ihre Durststrecke beendet. Konzernchef Reto Francioni verabschiedet sich mit kräftigen Zuwächsen. Dabei profitiert das Unternehmen auch von den Schwankungen an den Märkten.

Nach einem Gewinnsprung im vergangenen Jahr rechnet die Deutsche Börse weiter mit Rückenwind durch die boomenden Aktienmärkte. "Wir erwarten auch 2015 im Aktienmarkt eine höhere Volatilität und sind daher positiv gestimmt, was unseren Ausblick angeht", sagte Finanzvorstand Gregor Pottmeyer am Donnerstag in Frankfurt. Operativ will das Unternehmen 925 Millionen bis 1,125 Milliarden Euro verdienen.

Im vergangenen Jahr belebten seit Sommer die neuen Schwankungen an den globalen Finanzmärkten die Geschäfte. Die Erlöse stiegen erstmals seit 2011 und zwar um rund sieben Prozent auf gut zwei Milliarden Euro. Der Überschuss kletterte zum Vorjahr fast um 60 Prozent auf gut 762 Millionen Euro. 2013 hatten allerdings Kosten für ein Sparprogramm inklusive Stellenabbau sowie eine millionenschwere Vergleichszahlung in den USA wegen Iran-Geschäften belastet. Die Aktionäre sollen erneut 2,10 Euro Dividende pro Aktie bekommen.

Der scheidende Konzernchef Reto Francioni zog eine positive Bilanz seiner knapp zehnjährigen Amtszeit: "Die Deutsche Börse steht nach Angriffen von Hedgefonds, nach der größten Finanzkrise seit 1929, nach großen strukturellen Veränderungen, nach noch nie dagewesener Regulierung herausragend da." Der Schweizer verlässt nach der Hauptversammlung am 13. Mai die Deutsche Börse, an deren Spitze er seit Oktober 2005 stand. Francionis Posten übernimmt zum 1. Juni der frühere oberste Investmentbanker der schweizerischen Großbank UBS, Carsten Kengeter.

Wachstumschancen sieht der Vorstand in Asien. Nach der Vereinbarung einer strategischen Kooperation mit der Bank of China 2014 kündigte Francioni einen weiteren Coup an, ohne konkreter zu werden: "Unsere Asienstrategie wird zielgerichtet vorangetrieben."
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