Airbus-Konzern strafft Führungsstrukturen
Schlanker und schneller

Tom Enders, Konzernchef von Airbus. ArchivbBild: dpa

Toulouse. Airbus-Chef Tom Enders strafft das Management des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns. Die Passagierjet-Sparte verschmilzt mit den Konzernstrukturen der Airbus Group zu einer neuen Gesellschaft. So will Enders den Boeing-Konkurrenten beweglicher machen, Doppelstrukturen abbauen und Kosten senken. Inwieweit damit auch Stellen wegfallen könnten, blieb zunächst offen: Die Details der Zusammenlegung und "damit verbundene Auswirkungen" würden nun mit den Sozialpartnern besprochen, teilte der Konzern am Freitag mit.

Enders treibt damit die Integration des früheren deutsch-französischen Gemeinschaftsunternehmens weiter voran. Die Fusion sei der "nächste logische Schritt für das Unternehmen", sagte Enders. Airbus soll damit auch für die Digitalisierung fit werden: "Schlanke Strukturen und eine schnelle Entscheidungsfindung sind Voraussetzungen für eine erfolgreiche digitale Transformation."

Der bisherige Flugzeugsparten-Chef Fabrice Brégier leitet künftig das Tagesgeschäft des Konzerns und soll maßgeblich den digitalen Umbau vorantreiben. Daneben ist er weiterhin für das Geschäft mit zivilen Passagierjets zuständig, das den größten Teil zum Umsatz des Konzerns beiträgt. Brégier wird damit die klare Nummer zwei des Luftfahrtriesens. Die beiden Sparten für Helikopter sowie für das Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft bleiben erhalten. Der gesamte Konzern soll von Januar 2017 an aber einheitlich unter der Marke Airbus auftreten.

Das Unternehmen hatte seine Konzernzentrale bereits vor drei Jahren nach Toulouse verlagert, wo auch die Flugzeugsparte sitzt. Die Bereiche Personal und Finanzen waren schon zuvor zusammengelegt worden. Wenig später benannte der frühere Dachkonzern EADS sich in Airbus Group um. Die Raumfahrt- und Rüstungssparten wurden zusammengeführt und dabei mehrere Tausend Stellen gestrichen.

Der europäische Konzern beschäftigt weltweit rund 137 000 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr machte er einen Umsatz von knapp 64,5 Milliarden Euro.
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