Airbus-Kurs im Sturzflug

Ein Aus für den Airbus A380, das größte Passagierflugzeug der Welt, würde auch Deutschland betreffen. Denn das Hamburger Airbus-Werk fertigt Rumpfsegemente. Außerdem erhalten hier alle A380 ihre Innenausstattung und Lackierung. Archivbild: dpa

Die Erwartungen bei Airbus an die A380 waren groß. Doch die Riesenflieger verkaufen sich schlecht. Sie müssen sich rechnen, fordert Konzernchef Enders - und lässt ein Ende offen.

Droht Europas Vorzeigeflieger A380 das Aus? Die Airbus-Konzernspitze selbst brachte ein mögliches Ende des weltgrößten Passagierflugzeugs wegen mangelnder Nachfrage ins Gespräch und verschreckte damit ihre Anleger. Beim Flugzeugbauer selbst will man von einem drohenden Aus nichts wissen. "Es ist sicher, dass wir die A380 eines Tages mit sparsameren Triebwerken versehen, und irgendwann wird es auch eine verlängerte Version des Flugzeugs geben", versicherte Airbus-Flugzeugbauchef Fabrice Brégier am Donnerstag in London. Dieser Beruhigungsversuch verpuffte jedoch zunächst bei den Anlegern. Der Einbruch der Airbus-Aktie setzte sich am Donnerstag im Tagesverlauf fort.

Brégier reagierte auf Äußerungen aus der Führungsetage vom Mutterkonzern Airbus Group. Diese hatten Zweifel an der Zukunft der A380 geweckt. Derzeit liegen Bestellungen für 318 Exemplare des doppelstöckigen Flugzeugs vor, die Produktion ist laut Brégier bis einschließlich 2017 ausverkauft. Doch seit längerem verkaufen sich Riesenflieger wie auch der Jumbo-Jet von Boeing nur schlecht. Gefragt sind stattdessen kleinere sparsame und kostengünstigere Langstreckenflugzeuge. Finanzchef Harald Wilhelm hatte bei einer Investorenveranstaltung einen Tag zuvor angekündigt, das doppelstöckige Flugzeug ab dem Jahr 2018 entweder mit sparsameren Triebwerken aufzuwerten oder die Produktion einzustellen. Grund dafür ist der schwierige Kampf um Neukunden. Airbus-Konzernchef Thomas Enders hatte am Mittwoch jedoch klargestellt, dass sich eine Modernisierung der A380 für Airbus rechnen müsse. Der Vorstand werde "nicht zulassen, dass das unseren Gewinn belastet".
Weitere Beiträge zu den Themen: Hamburg (1951)London (844)12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.