Allerdings fehlt die mittlere Oberpfalz auf Karte der "23 attraktivsten Logistik-Regionen ...
Autobahnkreuz als Magnet für Investoren

Wernberg-Köblitz. (sbü) Die Mitglieder des Vereins "Das Plus der Oberpfalz" reden nicht nur über ihre Region. Vor dem Netzwerktreffen wurden Investoren, Unternehmensberater und Projektmanager auf Entdeckungsreise geführt. Sie bekamen Industriegebiete und erfolgreiche Unternehmen rund um das Autobahnkreuz Oberpfälzer Wald zu sehen.

Für das Netzwerktreffen 2015 hatten sich die elf Gemeinden des Vereins "Das Plus der Oberpfalz" etwas Besonderes einfallen lassen: "Gehen Sie mit uns auf eine Reise durch die Wirtschaftsregion rund um das Autobahnkreuz A 6/A 93. Es ist ein Standort im Herzen Europas, der es wert ist, entdeckt zu werden."

Entdeckungsreise

Mit diesen Sätzen wurden potenzielle Investoren und Berater von Investoren, vorwiegend aus der Logistikbranche, zu einer "exklusiven Entdeckungsreise" eingeladen. Konkrete Erlebnisse sollten den theoretischen Informationen im Gedankengebäude der Burg Wernberg vorausgehen. Ob die Strategie erfolgreich war, wird sich im Laufe der nächsten Monate zeigen. Jedenfalls waren genügend Teilnehmer gekommen, um einen großen Reisebus zu füllen. Georg Butz, zweiter Vorsitzender des Vereins "das Plus der Oberpfalz" und Bürgermeister von Wernberg-Köblitz, dankte Weidens Wirtschaftsförderin Cornelia Fehlner und Tina Breitenbach vom Regionalmanagement im Landkreis Schwandorf für die Organisation. Die Reise führte zu Gewerbegebieten in Weiden, Luhe, Trisching, Wackersdorf und Pfreimd sowie zu den Unternehmen Conrad, Witt, BMW und DBL Merk. Diese Region findet sich allerdings nicht auf der Karte der "23 attraktivsten Logistik-Regionen Deutschlands" wieder. Annemarie Kübler von der "Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services" stellte ihre Studie "Logistikimmobilien Markt und Standorte" vor und beantwortete die Frage, was einen erfolgreichen Logistikstandort ausmacht.

Auf einer anderen Karte mit Regionen größerer Logistik-Aktivitäten ("Logistik-Intensität") war der Raum um das hiesige Autobahnkreuz dann tatsächlich aufgeführt. "Hier bestehen gute Voraussetzungen für Logistik-Ansiedlungen," stellte die Expertin fest. Stärken seien die moderaten Lohn- und Flächenkosten, die Flächenreserven, die überdurchschnittlich Beschäftigten-Anteile der Logistikbranche ("10 Prozent gegenüber dem Durchschnitt von 8 Prozent") und die "positive Vermarktung durch Einrichtungen wie "Das Plus der Oberpfalz". Schwächen sah sie unter anderem im Bevölkerungsrückgang, im geringen Gesamtpotenzial ("kleiner Ballungsraum") und in "der Autobahn als einzigem Verkehrsträger".

"Massives Flächenproblem"

Ähnliche Aussagen waren durch Alexander Nehm, Geschäftsführer des Dienstleisters "Logivest Concept GmbH", zu hören. Er empfahl, "in Jahrzehnten zu rechnen". Autobahnkreuze hätten sich in Süddeutschland fast immer positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung ausgewirkt. In der Logistikbranche gebe es ein "massives Flächenproblem". Mit 230 Milliarden Umsatz und 2,85 Millionen Beschäftigten ist "Logistik eine Wachstumsbranche und der Bedarf an weiteren Flächen groß". Den Wirtschaftsförderern riet Nehm, "frühzeitig zu planen, welche Logistik ist hier sinnvoll" und nicht zu warten, dass "irgendjemand kommt". Kommunen könnten sich auf der Internetseite "Gewerbegebiete.de" präsentieren. Allerdings müsse die Kröte "Gewerbesteuerabführung außerhalb der Region" geschluckt werden.

Abgeschlossen wurde der Vortragsabend durch Dr. Patricia Callies von "Invest in Bavaria", der Ansiedlungsagentur des Freistaats Bayern. Sie stellte die zahlreichen Unterstützungsmöglichkeiten ihrer Organisation für Investoren und Kommunen vor. "Invest in Bavaria" war auch Mitorganisator des Netzwerktreffens.
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