Am Samstag Flüge auf der Langstrecke betroffen
Pilotenstreik bei Lufthansa geht weiter

Bei der Deutschen Bahn hat der Pilotenstreik nicht zu einem Ansturm geführt. Auch an diesem Freitag sollten keine Sonderzüge eingesetzt werden, teilte ein Bahnsprecher am Donnerstag in Berlin mit. Die zusätzlichen Lufthansa-Passagiere könnten mit den regulären Zügen befördert werden. An mehreren Knotenpunkten stünden Ersatzzüge bereit, die im Bedarfsfall eingesetzt werden könnten. Das sei aber nicht absehbar. Bild: dpa

Frankfurt. Für die Fluggäste der Lufthansa kommt es immer dicker. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) wird nun auch am Samstag streiken. Das teilte sie am Donnerstag in Frankfurt mit. Betroffen sind alle Langstreckenflüge, die an diesem Tag von Deutschland aus starten sollen.

Die VC betonte, gerade in dem Bereich, in dem die angeblich überbezahlten Piloten beschäftigt sind, verdiene die Lufthansa gutes Geld. "Eine Schlichtung nach mehr als vier Jahren Verhandlungen macht nur dann Sinn, wenn der ernsthafte Wille an einem solchen Kompromiss nicht durch Scheinangebote konterkariert wird", betonte der VC-Vorsitzende Tarifpolitik, Ingolf Schumacher.

Schlichtung gefordert


Bereits an diesem Freitag fallen wegen des Pilotenstreiks bei Lufthansa 830 Flüge aus. Am dritten Streiktag hintereinander sind dieses Mal nahezu ausschließlich Kurz- und Mittelstrecken betroffen, mit zusammen rund 100 000 Passagieren, wie das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Anders als an den Vortagen werde die Langstrecke "nahezu planmäßig durchgeführt".

Der Konzern forderte die Pilotengewerkschaft mit Nachdruck dazu auf, nach der 14. Streikrunde einer Schlichtung zuzustimmen. "Wir sind als Vorstand für mehr als 120 000 Mitarbeiter verantwortlich und wollen Lufthansa zukunftsfähig aufstellen. Das wird mit einer Forderung von 20 Prozent mehr Lohn nicht möglich sein", sagte Lufthansa-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister. In dem bis Anfang 2014 zurückreichenden Tarifkonflikt hatte Lufthansa den Piloten zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. Die VC lehnt das ab. Sie verlangt für die rund 5400 Piloten der Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings Tariferhöhungen von insgesamt 22 Prozent für die Zeit bis einschließlich April 2017.

Hohmeister nannte das "abstrus" und "völlig unakzeptabel". Jeder Streiktag koste Lufthansa rund zehn Millionen Euro. Hinzu komme ein Imageschaden, der nicht genau zu beziffern sei. "Wir merken das aber in unseren mittelfristigen Buchungszahlen."

Bei der Deutschen Bahn hat der Pilotenstreik nicht zu einem Ansturm geführt. Es gebe keine Rückmeldungen über besonders volle Züge als Folge des Streiks, sagte ein Bahnsprecher am Donnerstag. Er wies darauf hin, dass die meisten Inlandsflüge inzwischen von Töchtern der Lufthansa abgewickelt werden, die nicht bestreikt würden. Zudem steige nicht jeder Passagier, dessen Flug ausfällt, auf die Bahn um.

Flixbus: Höhere Nachfrage


Der Fernbusanbieter Flixbus spricht von einer steigenden Nachfrage auf Metropolverbindungen wie Berlin-München und Frankfurt-Paris. Dort gebe es bis zu zehn Prozent mehr Buchungen als sonst, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit.

Infografik: Flugausfälle durch Pilotenstreiks | Statista

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