Amberg: Geschäftsführer Karlheinz Brandelik will das Forum im Gewerbebau wiederbeleben
"So schnell wie möglich"

Im Innenhof des ehemaligen Kaufhauses könnte sich Gewerbebau-Geschäftsführer Karlheinz Brandelik "nette Läden" und Gastronomie vorstellen. Auch eine Überdachung hätte in seinen Augen Charme. Bild: Steinbacher

Amberg. (kan) "So schnell wie möglich" will die Gewerbebau das Forum wiederbeleben. Schnell kann in diesem Fall dauern. Geschäftsführer Karlheinz Brandelik will "bewusst keine Traumtermine in den Raum setzen".

Es dürfe niemand erwarten, sagte Brandelik zu unserer Zeitung, "dass wir 2016 ein neues Gebäude eröffnen". Dampf machen möchte die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft freilich schon. "Wir können entwickeln, planen, wir können akquirieren, Mieter ansprechen", betonte Brandelik. Die Gewerbebau habe also die volle Handlungsfreiheit. So stehe es im Vertrag mit der RMI Immobilien GmbH, der Besitzerin des ehemaligen Storg-Komplexes. Diese sei allerdings weiterhin mit im Boot.

Hilfe vom Gewinner des Architektenwettbewerbs

Brandelik setzt auf die Hilfe des Stuttgarter Büros Wittfoht, den Gewinner des Architektenwettbewerbs Bürgerspital-Areal. Eine der Vorgaben lautet: "Wir benötigen einen modernen Auftritt." Brandelik möchte, "dass man sich an dieser Stelle auch mal was traut". Zu berücksichtigen sei dabei das Denkmal Alte Münze, also der Gebäudeteil, wo es in den Innenhof hineingeht. Die Fassade dort sei ebenfalls geschützt.

Ganz oben Wohnen

Im Innenhof könnte sich Brandelik "nette Läden" vorstellen. "Auch an Gastronomie ist gedacht." Eine Überdachung fände der Gewerbebau-Chef "ganz interessant". Im Untergeschoss des ehemaligen Forums böte es sich an, 50 bis 60 Stellplätze zu schaffen. "Ganz oben kann man über Wohnen nachdenken." Das Erdgeschoss und den ersten Stock sieht Brandelik als Handelsflächen - "wobei das kein Selbstläufer wird". In einer Stadt von der Größe Ambergs sei es schon eine Herausforderung, sie zu belegen. Brandelik rechnet mit einer Verkaufsfläche von 3500 bis 4000 Quadratmeter. Früher seien es über 6000 gewesen.

Das zweite Obergeschoss könnte eine Dienstleistungs-Etage werden. Das Bauamt der Stadt wäre da "der Trumpf im Ärmel", falls sich keine anderen Nutzer finden.

Kein Verdrängungswettbewerb in der Innenstadt

"Besonders wichtig" ist es Brandelik, "die Fehler zu vermeiden, die in anderen Kommunen gemacht wurden und auch heute noch gemacht werden". Der Geschäftsführer will "keinen Verdrängungswettbewerb in der Innenstadt haben". Heißt: Er strebt für das ehemalige Kaufhaus ein "ergänzendes Sortiment" an, das "Frequenz und Belebung" bringt. "Es soll was Neues rein", betont Brandelik und verweist in diesem Zusammenhang auf das Einzelhandels-Entwicklungskonzept. Darin stehe, dass der City Geschäfte mit einem hochwertigen Textilien- und Lederwarenangebot ebenso fehlten wie Läden mit Waren des täglichen Bedarfs.

Gesunde Mischung

Aufmerksam beobachtet Brandelik die Entwicklung in Weiden und Neumarkt, wo neue Einkaufsmöglichkeiten entstehen. Das "sind ohne Zweifel Konkurrenzstädte, die an der Kaufkraft ziehen." Deshalb sei es gut, "dass wir denen jetzt etwas entgegensetzen können". Forum und ehemaliges Bürgerspital-Gelände müssten "natürlich gemeinsam betrachtet und entwickelt werden". Es lasse sich aber nicht beides mit Handel und Dienstleistungsflächen belegen. Die Frage sei, was die Stadt vertrage und was realistisch ist. "Wir werden niemals 8000 Quadratmeter ergänzendes Sortiment nach Amberg bekommen", ist sich Brandelik sicher. Er plädiere für eine gesunde Mischung.

Zum Dauerthema Parken sagte Brandelik: "Die Kunden in Amberg geben den Takt vor. Sie verlangen sehr ortsnahe Parkplätze. Dem muss man sich widmen."
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