Amberg: "Großraumstörung" im Telefonnetz der Telekom
So stumm wie die Telekom

Symbolbild: dpa

Amberg. (upl) Vor einem halben Jahr war die Obere Hockermühle betroffen, jetzt hat es Ammersricht, den Wagrain und die Luitpoldhöhe erwischt: Viele Haushalte klagten in den vergangenen Tagen über tote Telefonleitungen

.Mitte Januar soll das Unwort des Jahres gekürt werden. Für viele Amberger steht es jetzt schon fest. Es heißt "Großraumstörung" und wurde von der Telekom erfunden. Konkret bedeutet es den Ausfall des Telefonnetzes, jede Menge Verwirrung und nur spärliche Informationen über Ausmaß und Ende des Ärgernisses. Diese Erfahrung mussten am Wochenende etliche Bewohner der Stadtteile Ammersricht, Wagrain, Neubernricht und Luitpoldhöhe machen.

Seit Samstag funktionierten die Telefone nicht

Seit Samstagnachmittag funktionierten in etlichen Haushalten die Telefone nicht mehr. "Wir können weder rein noch raus telefonieren", erklärte eine Frau aus dem Langangerweg noch am Montagvormittag auf Nachfrage. In manchen Häusern kam es zu kuriosen Situationen: "Bei uns geht kein Anruf rein. Raus telefonieren kann ich aber. Das ist schon seit drei Tagen so", berichtete eine Frau aus Ammersricht. Anscheinend betraf der Festnetz-Ausfall in einigen Mehrfamilienhäusern auch nur bestimmte Wohnungen. "Im gleichen Haus bei meinen Eltern: ein Anschluss geht, einer nicht", schilderte eine andere Telekom-Kundin das Problem.

"Wir entschuldigen uns"

Am Montag gegen 13.30 Uhr läutete dann zum ersten Mal nach zwei Tagen das Telefon bei Melanie Scheuerer in der Bad Bergzabener Straße wieder. "Das ganze Wochenende war die Leitung gekappt. Komischerweise hatten wir aber die ganze Zeit eine Internetverbindung, obwohl die auch über die Telekom läuft", erzählte sie. Wer bei dem Telefonanbieter Auskunft erhalten wollte, brauchte viel Geduld. Die Störungs-Hotline war sowohl am Sonntag, als auch Montag überlastet. Gegen Mittag mussten Kunden etwa eine halbe Stunde in der Warteschleife ausharren, um einen Ansprechpartner zu erhalten. Der gab aber nur Auskunft, wenn die Kundennummer bereitgehalten wurde. Als Alternative verwies die automatische Ansage während der Wartezeit auf die Internet-Seiten des Unternehmens, wo den Hilfesuchenden eine komplizierte Eingabe-Prozedur bevorstand. Bevor das Anliegen überhaupt formuliert werden konnte, musste erst einmal ein Kunden-Account mit Personalien, Kundendaten, Referenz-E-Mail und Passwort angelegt werden.

Aufklärung durch Telekom-Sprecher Christian Schwolow

Etwas Aufklärung gab es am Montag von Telekom-Sprecher Christian Schwolow. "Tatsächlich gab es eine Störung in den Ortsteilen Unterammersricht und Neumühle" erklärte er. "Ein defektes Bauteil in einer Vermittlungsstelle war der Grund für die Serviceeinschränkung. Der Fehler ist am Wochenende entstanden und konnte heute im Laufe des Vormittags durch den Austausch des defekten Bauteils behoben werden." Wie viele Haushalte vom Festnetz-Ausfall betroffen waren, konnte Schwolow nicht sagen. Er unterstrich: "Wir entschuldigen uns bei unseren Kunden für die mit der Störung verbundenen Unannehmlichkeiten."

Fast wie im Mai

Anfang Mai hatte es im Bereich der Oberen Hockermühle einen Kabelbruch gegeben. Damals fiel in mehreren Straßenzügen für zwei Tage nicht nur das Festnetz, sondern auch Internet und Kabelfernsehen aus. Bei Tiefbauarbeiten war ein Glasfaserstrang durchtrennt worden. Solche Kabelbrüche beschäftigen die Telekom deutschlandweit mittlerweile täglich. "Das macht rund zwei Drittel aller Störungen aus", erklärte ein Unternehmenssprecher damals.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.