Angeblich Geschäfte für Putin-Vertraute

Die Ermittlungen gegen die Deutsche Bank wegen ihrer Russland-Geschäfte werden einem Zeitungsbericht zufolge bedrohlicher. US-Behörden weiteten ihre Untersuchungen aus und gehen nun auch dem Verdacht auf Verstöße gegen die derzeitigen politischen Russland-Sanktionen nach, berichtete die "Financial Times" am Montag unter Berufung auf mehrere Insider. Bislang ging es bei den Ermittlungen vorrangig um den Verdacht der Geldwäsche im Moskauer Handelsbereich der Bank. Verstöße gegen die wegen des Ukraine-Konflikts verhängten Sanktionen hätten nach Einschätzung aus Finanzkreisen wegen ihrer großen politischen Brisanz aber noch größere Sprengkraft für die von zahlreichen Skandalen erschütterte Bank.

Die Bank wollte den Bericht nicht kommentieren. Im Halbjahresbericht hatte sie eingeräumt, dass interne Untersuchungen im Zusammenhang mit Aktiengeschäften in Moskau und London liefen. Zudem bestätigte die Bank, einige Mitarbeiter wegen der Ermittlungen suspendiert zu haben. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen sogenannte Mirror Trades, bei denen russische Kunden Wertpapiere im Moskauer Büro der Bank gekauft und dann die identischen Papiere in Fremdwährungen über die Londoner Niederlassung des Instituts verkauft haben sollen. Die Zeitung berichtet zudem, dass auch Geschäfte für Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin abgewickelt worden sein sollen.
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