Arbeitgeber üben harsche Kritik an GDL

Das Verhalten der GDL ist ein Anschlag auf die Tarifautonomie in Deutschland.

Hinter den Kulissen arbeiten Bahn und Lokführergewerkschaft an einem Neuanfang. Noch ist es nicht geschafft. Die Kritik am Verhalten der Lokführer-Gewerkschaft GDL wird schärfer.

(dpa) In der Nacht zum Mittwoch um 2 Uhr traten die Lokführer auch im Personenverkehr in den Streik. Seit Dienstag wird bereits der Güterverkehr bestreikt. Die Bahn hat Ersatzfahrpläne aufgestellt. Demnach dürften etwa zwei Drittel der sonst üblichen Fernzug-Fahrten ausfallen und je nach Region bis zu 85 Prozent der Nahverkehrszüge. Auch die S-Bahnen sind vom Streik betroffen. Die Bahn empfiehlt Reisenden, sich unter Telefon 08 000/996 633 oder im Internet (www.bahn.de/liveauskunft) zu informieren.

"Machtinteressen"

Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, kritisierte: "Das Verhalten der GDL ist ein Anschlag auf die Tarifautonomie in Deutschland." Bei ihrem Ausstand gehe es der GDL vorrangig um Machtinteressen - nicht um das Erzielen eines Tarifkompromisses. Das könnte das Vertrauen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern in Tarifrunden grundsätzlich schmälern. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen betonte, langfristig müssten neue Vertriebswege gesucht werden, "da der Verkehrsträger Schiene immer unzuverlässiger wird".

Für den jetzigen Streik hat die GDL bei ihrem Dachverband, dem Beamtenbund (DBB), bislang keine finanzielle Unterstützung beantragt. Das sagte der Vorsitzende des Beamtenbundes, Klaus Dauderstädt, am Mittwoch. Die GDL kann aus einem Fonds des DBB Unterstützung für ihr Streikgeld erhalten. Dauderstädt sagte, die GDL habe nur für einen Teil der vorherigen Ausstände Anträge auf Streikgeld-Unterstützung gestellt. Welche Summe anfallen werde, sei noch unklar. Die GDL hatte das Streikgeld zuletzt von 75 auf 100 Euro pro Tag erhöht.

Beschäftigte verunsichert

Der Streik mit seinen wirtschaftlichen Folgen lässt Beschäftigte der Bahn um ihren Arbeitsplatz fürchten. Der derzeitige Schwebezustand verunsichere die Kollegen zum Teil massiv, sagte der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Jens Schwarz, am Mittwoch. Nach Konzernangaben von Anfang Mai belastet der Streik die Bahn-Bilanz täglich mit zehn Millionen Euro. Dies sei die Summe aus Einnahmeausfällen und Kosten, etwa für Ersatzfahrpläne.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/bahn2015
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