Arbeitgeberverband VBW gegen Verteuerung des Faktors Arbeit
„Nicht verkraftbar“

München. Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (VBW) hat vor einer die Arbeitgeber belastenden Rentenreforn gewarnt. Ziel müsse es sein, trotz der demografischen Herausforderung den Beitragssatz stabil zu halten, sagte VBW-Präsident Alfred Gaffal in München. "Eine weitere Belastung des Faktors Arbeit am Standort Deutschland ist nicht verkraftbar." Der Dreiklang aus gesetzlicher Rente sowie privater und betrieblicher Altersvorsorge dürfe nicht grundsätzlich in Frage gestellt werden. Angesichts der derzeitigen Rentendiskussion betonte Gaffal, "unsere Rente ist nicht so schlecht". Nur 3,1 Prozent der Rentner seien auf staatliche Grundsicherung angewiesen. Auch die Riester-Rente sei ein Erfolg. 16,5 Millionen Menschen hätten einen entsprechenden Vertrag, 63 Prozent davon bei einem Jahreseinkommen von unter 30 000 Euro. "Die Zielgruppe der Riester-Rente wird also erreicht", folgerte Gaffal.

Allerdings müsse das Modell einfacher gemacht und die staatlichen Zulagen erhöht werden. Für problematisch hielt Gaffal die Rentenanpassung von 4,25 Prozent in West- und 5,95 Prozent in Ostdeutschland in diesem Jahr. "Ich gönne den Rentnern den Zuschlag, aber bei eine Inflationsrate von 0,3 Prozent hätten 3 Prozent vielleicht auch gereicht", meinte er. Das eingesparte Geld hätte man der Rücklage zuführen können, um die Rente wegen der steigenden Zahl an Altersruhegeldbezieher zukunftsfest zu machen.

Die bayerische Wirtschaft blickt weiter optimistisch in die Zukunft, allerdings nimmt die Verunsicherung wegen der vielen Krisen weltweit zu. Der VBW-Konjunkturindex hat sich im Vergleich zum Herbst 2015 um einen Punkt auf 131 verbessert. Nach oben ging auch der Prognoseindex für das Wachstum, während der für Beschäftigung leicht absackte. Zwar sei der bayerische Arbeitsmarkt noch immer aufnahmefähig, die Zahl der offenen Stellen gehe aber zurück, erläuterte Gaffal. Als Warnsignal wertete er, dass Bayern beim Wirtschaftswachstum 2015 im bundesweiten Ranking auf Rang 6 zurückgefallen ist. Mit plus 2,7 Prozent sei Baden-Württemberg um einen Prozentpunkt besser gewesen.

Gaffal forderte eine insgesamt "wirtschaftsfreundlichere Politik" mit niedrigeren Arbeits- und Stromkosten und weniger Bürokratie.
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