Arbeitslosigkeit sinkt, Gehälter steigen
Wirtschaftsnotizen der IHK aus Westböhmen

Prag. Seit Anfang 2015 ist eine Kehrtwende auf dem tschechischen Arbeitsmarkt zu beobachten: weniger Arbeitslose, mehr offene Stellen. In ganz Tschechien lag die Arbeitslosenquote im Juni bei 6,2 Prozent, in Prag und der Region Pilsen sind es nur 4,5 Prozent. Auf dem tschechischen Arbeitsmarkt fehlen vor allem qualifizierte technisch ausgebildete Fachkräfte sowie Mitarbeiter mit Fremdsprachenkenntnissen.

Absolventen von Hochschulen sind besonders beliebt, weil sie oft gute Fremdsprachenkenntnisse mitbringen. Am dynamischsten zeigt sich der Arbeitsmarkt in der IT-Branche und Telekommunikation. Nachgefragt werden vor allem Entwickler für Desktop-Anwendungen und Apps. Im vergangenen Jahr stiegen die Gehälter und Löhne in Tschechien um durchschnittlich zwei Prozent. Die besten Aussichten auf überdurchschnittlich hohe Gehälter haben Absolventen technischer Fachrichtungen.

ZF Friedrichshafen stockt in Pilsen auf

Pilsen. Die Firma ZF Engineering Plzen, Tochtergesellschaft der deutschen Gruppe ZF Friedrichshafen AG, eröffnete im Industriegebiet Borská pole ein neues Entwicklungszentrum. Durch das neue siebenstöckige Gebäude hat die Firma ihre Kapazität verdoppelt und Platz für weitere 150 Konstrukteure und Entwickler geschaffen. ZF ist seit knapp zehn Jahren in Pilsen tätig und betreibt dort das größte Entwicklungszentrum. Am Standort Pilsen forschen Hunderte Ingenieure an automatische Prüfsystemen für Elektronik-, Hydraulik-, Pneumatik- und Mechatronikkomponenten.

Investoren fördern deutsche Sprache

Pilsen. Der Mangel an deutschsprachigen Fachkräften stellt ein großes Problem für die Unternehmen in der Region Pilsen dar. Das zeigt die Umfrage des IHK-Regionalbüros Pilsen. Gute Deutschkenntnisse böten bessere Karrierechancen für junge Tschechen, berichten die Unternehmen. Die regionale Politik erkennt das Problem. Der Rat der Pilsener Region, Jaroslav Sobr, forderte beim Roundtable mehr Förderung der deutschen Sprache an Grundschulen und wünscht eine engere Zusammenarbeit zwischen deutschen und tschechischen Schulen.

Die Teilnehmer des Roundtables, darunter auch deutsche Unternehmen mit Sitz in der Region Pilsen, wollen jetzt eine Arbeitsgruppe bilden. Dort sollen langfristige Lösungen erarbeitet werden, wie die deutsche Sprachausbildung in der Pilsener Region gefördert werden kann.

Firma Grammer CZ informiert Experten

Pilsen. Das IHK-Regionalbüro Pilsen lud zum deutsch-tschechischen "Treffpunkt Unternehmen" in die Firma Grammer CZ nach Tachov (Tachau). Die Veranstaltungsreihe "Treffpunkt Unternehmen" nimmt jedes Mal eine unternehmerische Herausforderung unter die Lupe und bietet Meinungs- und Erfahrungsaustausch mit Unternehmen und Experten beiderseits der Grenze. Rund 50 Firmenvertreter aus Tschechien und der Oberpfalz diskutierten über Materialfluss-Steuerung und Bestandsmanagement. Der Geschäftsführer von Grammer, Martin Korínek, führte die Teilnehmer durch das Unternehmen und zeigte bereits umgesetzte Maßnahmen zur Materialfluss-Optimierung.

Seminar über Forderungen

Weiden/Mitterteich. Das Regionalbüro Pilsen und die IHK-Geschäftsstelle Weiden laden zu einem Rechtsseminar in Mitterteich ein. Am 18. November steht das Thema Vertragsgestaltung und Forderungs-Eintreibung nach dem neuen tschechischen Zivil- und Handelsrecht auf dem Programm. Das Seminar lohnt sich für alle Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen nach Tschechien pflegen oder planen.
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