Argrar-Zusammenarbeit
Deutschland und Iran säen neue Saat

Aus dem Vollen geschöpft: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) kaufte am Sonntag in der iranischen Hauptstadt Teheran bei einem Händler auf dem Basar Pistazien. Bild: dpa

Der Iran ist einer der interessantesten neuen Märkte für die deutsche Wirtschaft. Das wollte auch der Bundesagrarminister während seines Besuchs in Teheran fördern. Es ging um Geschäftschancen und gemeinsame Forschung.

Teheran. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt setzt nach dem Ende der Sanktionen gegen den Iran auf eine weitreichende Agrar-Zusammenarbeit beider Länder. "Das Wiener Atomabkommen gibt die Basis für einen Dialog und Zusammenarbeit", sagte Schmidt nach einem Treffen am Sonntag in Teheran mit seinem Amtskollegen Mahmud Hodschatti.

Auf dieser Basis wolle Deutschland an alte und vertrauensvolle Zusammenarbeit im landwirtschaftlichen Bereich anknüpfen. Beide Seiten unterzeichneten am Sonntag auch eine Vereinbarung im Veterinärbereich. Hodschatti bezeichnete die Vereinbarung als den ersten Schritt für eine effektive bilaterale Zusammenarbeit im Agrarbereich. "Diverse Arbeitsgruppen müssen jedoch diese Zusammenarbeit in der Zukunft noch weiter ausbauen", sagte der iranische Minister.

Der Iran baut laut Hodschatti auf Deutschland als einen zuverlässigen Partner im Agrarbereich. Auch Minister Schmidt sagte, dass es eine Reihe von Fragen gebe, "die völlig unabhängig der politischen und ideologischen Positionen nur die Menschen betreffen."

Erstes Treffen in Berlin


Schmidt wurde auf seiner Reise von Branchenvertretern begleitet. Auf der Agenda der Gespräche in Teheran standen auch Themen wie Landtechnik, Saatgut, der Handel mit Rohstoffen und die Agrarforschung. Den iranischen Minister hatte er bereits im Januar am Rande der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin getroffen. Beide kündigten damals eine Kooperation an. Details sollten nun im Iran ausgearbeitet werden.

Hilfe bei Verpackung


Unterstützung anbieten will Deutschland laut Ministerium etwa auch bei Themen wie der Ver- packung und Verarbeitung von Nahrung. Nach Angaben der iranischen Seite ging es daneben auch um Zusammenarbeit bei neuen Bewässerungssystemen und der Ausbildung iranischer Experten. Schmidt traf auch den Chef der iranischen Handelskammer, Mohsen Dschalalpur.

Teheran und Berlin haben nach der Umsetzung des Atomabkommens im Januar 2016 bereits die wirtschaftliche Zusammenarbeit in mehreren Bereichen intensiviert. Die EU hatte jahrelange Wirtschaftssanktionen aufgehoben, die wegen des Streits über das iranische Atomprogramm verhängt worden waren. Das Bundesagrarministerium will sich in diesem Jahr auch an Messen im Iran beteiligen. Deutsche Forschungsinstitute sind an gemeinsamen Projekten interessiert.
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