Athen und Geldgeber verhandeln unter anderem über Sparpaket auf Vorrat
Tauziehen mit Gläubigern

Die griechische und die europäische Flagge wehen vor dem Parlamentsgebäude in Athen. Nun beginnen erneut schwierige Verhandlungen mit den Gläubigern des Landes. Archivbild: dpa

Athen. Die Gespräche Griechenlands mit den internationalen Geldgebern über das Reformprogramm gehen in eine neue Runde. Bei den Verhandlungen in Athen soll es nach Informationen aus Kreisen des griechischen Finanzministeriums auch um eine Lösung gehen, die für den Notfall weitere Sparmaßnahmen auf Vorrat vorsieht. Diese würden dann wirksam werden, wenn mit den eigentlich vorgesehenen Instrumenten die vereinbarten Ziele nicht erreicht werden. Die EU-Kommission in Brüssel dämpfte am Montag Erwartungen auf eine rasche Einigung im Reformpoker. Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist bisher nicht unter den Geldgebern des dritten Hilfspakets und bezweifelt, dass Griechenland langfristig das vereinbarte Ziel eines Primärüberschusses - der Schuldendienst ist herausgerechnet - von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaften kann. Die Hoffnung ist nun, dass mit weiteren Reformbeschlüssen für den Notfall der IWF mit ins Boot geholt werden könnte. Eine beschlossene Sache sei dieses "Sparprogramm auf Vorrat" aber nicht, war im griechischen Finanzministerium zu hören. Auf jeden Fall müsse sichergestellt werden, dass nach Abschluss der Kontrollen der Gläubiger auch über einen Abbau des griechischen Schuldenberges gesprochen werde. In den nächsten Wochen müssen weitere Hilfsgelder freigegeben werden. Ohne eine Einigung der Gläubiger mit Athen kann aber kein Geld in die griechischen Kassen fließen.

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