Auch Deutschland betroffen
Bombardier baut Tausende Stellen ab

Unter anderem in Henningsdorf (Brandenburg) unterhält Bombardier ein Werk, in dem Züge und Straßenbahnen gebaut werden. Bild: dpa

Montreal/Berlin. Beim Zughersteller Bombardier Transportation fällt in Deutschland jeder siebte Arbeitsplatz weg. 1430 der 10 500 Jobs werden in diesem und im nächsten Jahr insgesamt gestrichen. Das kündige das Unternehmen am Mittwoch in Berlin an. Werksschließungen in Deutschland seien aber nicht geplant. "Wir formen Bombardier Transportation für die Zukunft", sagte Präsident Laurent Troger. Zwar sei die Finanzlage solide und der Auftragsbestand gut. Es gehe aber darum, Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen und profitabler zu werden. In Deutschland sei der Wettbewerb besonders stark, auch weil die Kunden sich zunehmend nach Lieferanten in Osteuropa und Asien umsähen.

Die Hälfte der Betroffenen in Deutschland seien Leiharbeiter, deren Verträge nicht verlängert werden, sagte Troger. Die größten Standorte sind Hennigsdorf bei Berlin sowie Görlitz und Bautzen in Sachsen. Weitere gibt es in Braunschweig, Kassel, Mannheim und Siegen. Wie viele Beschäftigte dort jeweils gehen sollen, sagte Troger nicht. Weltweit stehen 3200 von 39 700 Arbeitsplätzen auf der Streichliste von Bombardier Transportation.

Der Stellenabbau in Deutschland ist Teil eines weltweiten Abbaus von 7000 Stellen bei dem kanadischen Konzern, der in seinem zweiten Geschäftsfeld Flugzeuge baut, dort aber Probleme hat. Im vergangenen Jahr verbuchte der Konzern einen Umsatzrückgang um knapp zehn Prozent auf 18,2 Milliarden Dollar. Unter dem Strich stand wegen immenser Abschreibungen ein Verlust von mehr als 5,3 Milliarden Dollar.
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