Auf Insolvenzverwalter des ehemaligen Top-Managers Middelhoff wartet reichlich Arbeit
Gläubiger fordern mehr als 100 Millionen

Thomas Middelhoff. Bild: dpa
Nach der Privatinsolvenz von Thomas Middelhoff rechnet Insolvenzverwalter Thorsten Fuest damit, einen hohen Millionenbetrag an die Gläubiger ausschütten zu können. Noch lägen allerdings auf dem für den Fall eingerichteten Treuhandkonto erst 600 Euro, sagte Fuest am Freitag. Zuvor hatte das Amtsgericht Bielefeld das Insolvenzverfahren eröffnet. Der frühere Chef des Bertelsmann-Konzerns und des Pleite gegangenen Handelskonzerns Arcandor hatte im März Privatinsolvenz angemeldet. Wie hoch Middelhoffs Schulden sind, ist Fuest zufolge noch immer nicht mit Sicherheit zu sagen. Es gebe Forderungen von weit über 100 Millionen Euro, doch sei ein Großteil davon strittig. Vollstreckungsfähige Urteile und Schuldanerkenntnisse gebe es bislang für eine Summe von rund 19 Millionen Euro. Gleichzeitig mache Middelhoff seinerseits Forderungen gegenüber mehreren Gläubigern geltend.

Offen ist Fuest zufolge auch noch, wie viel vom einstigen Vermögen des Managers noch vom Insolvenzverwalter verwertet werden kann. Er gehe aber derzeit davon aus, dass er für die Konkursmasse einen "hohen Millionenbetrag" sicherstellen könne. Nach Einschätzung des Insolvenzverwalters drohte spätestens seit 2009 - dem Zeitpunkt der Pleite des Arcandor-Konzerns - eine Zahlungsunfähigkeit des Managers. Der Zeitpunkt ist wichtig, weil der Insolvenzverwalter ab diesem Moment die Möglichkeit zur Anfechtung von Vermögensübertragungen hat. Zwei Jahre später habe Middelhoff mit Vermögenssicherungsmaßnahmen begonnen. Seit 2013 habe es dann einen Wettlauf der Gläubiger um das Vermögen des Managers gegeben.
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