Augen-OP
Augenlaser für den Weltmarkt

Weit über 100 000 Menschen lassen in Deutschland jährlich ihre Augen mit einem Lasergerät operieren. "Eine OP kann Leben verändern," sagen die Verantwortlichen der Wave Light GmbH, Weltmarktführer für Augenlaser-Systeme. Manche Patienten können nach der Operation erstmals in ihrem Leben ihre Armbanduhr ohne Sehhilfen lesen.

Pressath. (sbü) Die Technik der Augenlaser wurde in den vergangenen Jahren immer perfekter. Viele wissen es nicht: Das Unternehmen Wave Light produziert seit 2004 in Pressath als Weltmarktführer modernste Lasersysteme. Jährlich verlassen über 400 komplette Operations- sowie Diagnosesysteme das Werk im Industriegebiet Döllnitz. "Von 100 Systemen gehen etwa 98 ins Ausland, viele davon in die USA und nach China", berichtet Martin Reichelt, Geschäftsführer von Wave Light.

Weltweit sind rund 3100 Lasersysteme von Wave Light im Einsatz. 90 Stunden Produktionszeit sind für eine Komplettanlage erforderlich. "Darunter entfallen 30 Stunden für den finalen Endtest." Für den Versand werden die Anlagen wieder teilweise zerlegt. "Die Installation beim Endkunden dauert etwa eine Woche", sagt Reichelt. Die Lasersysteme stellen modernste medizinische Technik dar. "Refraktive Chirurgie" nennt sich der Oberbegriff für die chirurgischen Verfahren an der menschlichen Hornhaut, zu denen auch die Laseroperationen zählen. Anwendung findet ein Verfahren namens Lasik, das schon in den 90er Jahren entwickelt, danach perfektioniert wurde und heute in über 80 Prozent aller Augenlaser-Operationen eingesetzt wird. Die Geräte arbeiten mit "einem extremst hohen Präzisionsmaß", betont Firmenchef Reichelt.

Sehkraft von 100 Prozent

Die Erfolgsquoten geben dem Augenlaser-Produzenten Recht. "Nach Studien erreichen bis zu 93 Prozent aller Augenlaser-operierten Patienten einen Visus von 100 Prozent ohne Sehhilfe," erklärt Reichelt. Die Lasersysteme von Wave Light bestehen aus zwei Komponenten, dem sogenannten Femtosekundenlaser und Eximerlaser. Im eigentlichen Operationsverfahren wird mit dem Femto-sekundenlaser ein hauchdünner Deckel in der obersten Hornhauschicht abgelöst und dann wie ein Buchdeckel abgeklappt. Der Eximerlaser trägt dann das innenliegende Hornhautgewebe ab. Anschließend wird der Hornhautdeckel in die ursprüngliche Position zurückgebracht.

Damit die Operationen komplikationslos verlaufen, bietet Wave Light für die operierenden Augenärzte regelmäßige Weiterbildungskurse an. "Wir haben eine sehr geringe Komplikationsrate," verrät Reichelt, aber "entscheidend ist der Arzt". In Erlangen unterhält der Lasergeräte-Produzent eine Forschungs-und Entwicklungsabteilung mit 40 Experten. Auch Arbeitsvorbereitung, Produkt-Support und Verwaltung sind in der dortigen Unternehmenszentrale mit rund 180 Mitarbeitern angesiedelt.

Im Pressather Montagewerk arbeiten 60 Beschäftigte, meist Elektrotechniker, Mechatroniker und Industriemechaniker. "Wir fühlen uns am Standort Pressath sehr wohl," sagt Unternehmenschef Reichelt und lobt die Firmentreue seiner Mitarbeiter. Das Unternehmen gilt "bei modernen Diagnose- und Operationstechnologien in der refraktiven Augenchirurgie als Innovationsführer".

Eigentümer Novartis

Gegründet wurde Wave Light 1996 in Erlangen. 2009 erfolgte die Übernahme durch den US-Konzern Alcon, der wiederum seit 2011 zur Schweizer Unternehmergruppe Novartis gehört. "Als kleines Einzelunternehmen hätten wir uns die großen Investitionen der letzten Jahre nicht leisten können", meint Reichelt.
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