Bahn: Ersatzfahrpläne für Fernverkehr fertig

Chemie gehört zusammen mit Stahl- und Autoindustrie zu den wichtigsten Güter-Kunden der Deutschen Bahn. Bild: dpa

Mehr Eskalation geht kaum noch: Die Lokführer-Gewerkschaft GDL hat am Dienstag ihre neunte Streikwelle begonnen, ohne ein Ende zu benennen. Die Deutsche Bahn hat sich darauf vorbereitet.

Bahnkunden müssen sich wieder auf Zugausfälle und volle Ersatzzüge einstellen. Die Deutsche Bahn erstellt Ersatzfahrpläne, die den gleichen Umfang haben sollen wie bei den vorherigen Streik- aktionen. Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg sagte am Dienstag in Berlin, während des Streiks solle etwa ein Drittel der Fernzüge fahren. Bei den Regionalzügen erwartet die Bahn, dass je nach Region 15 bis 60 Prozent der üblichen Zahl unterwegs sein werden. Im Güterverkehr sollen etwa 70 Prozent der Züge rollen. Im Regionalverkehr in Bayern will die Bahn laut Mitteilung jeden zweiten Regionalzug fahren lassen. Das gelte auch für die S-Bahn in München. Bei den Regionalzügen und S-Bahnen sollen die Ersatzfahrpläne für einen Tag jeweils am vorhergehenden Nachmittag feststehen.

Homburg sprach von einem immensen wirtschaftlichen Schaden, der der Bahn und der Wirtschaft insgesamt entstehe. "Das Vertrauen in das Gesamtsystem Bahn ist erschüttert", fügte er hinzu. So überdenkt etwa die Chemie-Industrie ihre Logistikkonzepte. "Die Pläne der Branche, ihre Transporte verstärkt auf die Bahn zu verlagern, bekommen durch den erneuten Ausstand einen empfindlichen Dämpfer versetzt", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes VCI, Utz Tilmann. Die Chemie gehört zusammen mit Stahl- und Autoindustrie zu den wichtigsten Güter-Kunden der Deutschen Bahn. Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung fürchtet Probleme bei Mineralöltransporten in Gegenden, die nicht mit Schiff oder Pipeline erreicht werden können. Im kombinierten Verkehr Straße/Schiene müssten kurzfristig Sendungen auf die Straße verlagert werden, erklärte Verbandsvertreter Adolf Zobel.

Private Eisenbahnunternehmen wie Agilis und die Länderbahn (Alex, Oberpfalzbahn, Vogtlandbahn) teilten mit, ihre Züge verkehrten wie gewohnt. Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass es aufgrund von Zugausfällen bei der Bahn auch bei ihnen zu Unregelmäßigkeiten kommen könne. Die Bahn hat unter 08000/996 633 eine kostenlose Servicenummer geschaltet.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/bahn2015
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