Bahn: Schlichtung geht in zweite Verlängerung

Vier Wochen lang bemühten sich die beiden Schlichter um eine Lösung des Tarifkonflikts bei der Bahn. Das Ergebnis ist ernüchternd: Beide Seiten müssen noch einmal nachsitzen.

Der Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn ist auch nach vier Wochen Schlichtung nicht gelöst. Das Verfahren geht noch einmal in die Verlängerung. Die Verhandlungen zwischen der Lokführergewerkschaft GDL, der Bahn und den beiden Schlichtern sollen bis zu Dienstag fortgeführt werden. Das teilten die Vertreter der Schlichter, der Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) und der frühere brandenburgische Regierungschef Matthias Platzeck (SPD), am Freitag mit.

Am 1. Juli wollen sich die Schlichter in Berlin zu dem Ausgang äußern. Über diese werde bis zum Ende der Schlichtung aber weiterhin Stillschweigen gewahrt. Man sei sich einig, dass in den vergangenen Tagen "weitere wichtige Schritte auf dem Weg zu einer Einigung" vereinbart worden seien, teilten die Schlichter weiter mit. Das Verfahren sei aber so komplex, dass noch weitere Gespräche erforderlich seien. Mit derselben Begründung war die Schlichtung in der vergangenen Woche schon einmal verlängert worden.

Der Tarifkonflikt besteht schon seit einem Jahr. Neunmal haben die Lokführer bundesweit bereits gestreikt. Für die Dauer der Schlichtung sind erneute Streiks ausgeschlossen, es gilt eine Friedenspflicht. Als Kernproblem des Tarifstreits gilt die Forderung der GDL, für jede der bei ihr organisierten Berufsgruppen einen eigenen Tarifvertrag abschließen zu dürfen, der im Zweifel auch von dem der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) abweichen kann.

Die Bahn dagegen will widerspruchsfreie Regelungen für alle Mitarbeiter unabhängig von deren Gewerkschaftszugehörigkeit. Für gleiche Tätigkeiten möchte sie gleiche Bezahlung und gleiche Arbeitszeiten.
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