Bau- und Dienstleistungskonzern verkauft Kraftwerksgeschäft
Bilfinger spaltet sich auf

Per Utnegaard. Bild: dpa
Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger hat die überraschenden Verkaufspläne für sein Kraftwerksgeschäft verteidigt. "Der Verkauf von ,Power' ist ein logischer Schritt", sagte der erst seit Anfang Juni amtierende neue Vorstandschef, der Norweger Per Utnegaard, am Donnerstag. In der Nacht zuvor hatte das Unternehmen die Verkaufspläne für rund ein Fünftel der Konzernleistung sowie rund 11 000 Mitarbeiter - davon 3500 in Deutschland - angekündigt. Wegen hoher Wertberichtigungen rechnet Bilfinger im ersten Halbjahr zudem mit einem deutlichen Verlust. Die Mannheimer wollen sich künftig auf das Geschäft mit Industrie- und Immobiliendienstleistungen konzentrieren.

Mit der Energiewende in Deutschland sei das Geschäft mit Kraftwerken praktisch zum Stillstand gekommen, erklärte Utnegaard. Man werde sich nun auf zwei Segmente "mit dem Schwerpunkt auf Industrie und Immobilien" konzentrieren, sagte der Norweger. Prozesse und Arbeitsabläufe sollten aber auch hier durchleuchtet werden. Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch hatte im August des vergangenen Jahres seinen Rücktritt als Bilfinger-Chef erklärt. An der Börse sorgten die Nachrichten für ein Beben: Bilfinger-Aktien rutschten am Donnerstag in die Tiefe. Innerhalb von rund zwölf Monaten ist der Kurs trotz einer zwischenzeitlichen Erholung um mehr als 60 Prozent eingebrochen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mannheim (156)Juni 2015 (7772)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.