Bau von Windrädern
Bürgerinitiative formiert sich

Sie wollen das Tor für die Errichtung von Windkraftanlagen auf Kohlberger Terrain geschlossen lassen und gründeten am Wochenende eine Bürgerinitiative. Der Vorstand: Vorsitzender Tanja Kunkel (rechts), Stellvertreter Franz Stauber (links), Schriftführer Thomas Roth (Fünfter von links), Schatzmeisterin Svenja Schiffl (Vierte von rechts) und Sprecher Franz Schiffl (Zweiter von links). Bild: war

Was sich in der Infoveranstaltung zum Thema Windkraft in der Karwoche bereits angedeutet hatte, wurde am Freitagabend umgesetzt: Der Widerstand gegen den Bau von Windrädern auf dem Kohlberger Terrain formiert sich, verlieh sich eine organisatorische Basis und startet mit rund einem Dutzend Mitgliedern.

Der Name lautet "Bürgerinitiative für ein lebenswertes Kohlberg". Die Gründungsmitglieder gehen von einem Zulauf aus der Marktgemeinde, aber auch vom Anschluss von Gleichgesinnten aus den angrenzenden Ortschaften des Landkreises Amberg-Sulzbach, beispielsweise aus Kindlas, Ehenfeld, Schnaittenbach oder Hirschau, aus. Für die Nachbarn hätte die Ausweisung eines Terrains an der angedachten Stelle an der Staatsstraße 2238 Konsequenzen.

Vorstand gewählt

Die Führungsriege der Bürgerinitiative steht seit der Sitzung im Gasthaus "Weißer Schwan" fest. Tanja Kunkel ist Vorsitzende, ihr Stellvertreter Franz Stauber. Als Schriftführer fungiert Thomas Roth, die Kassengeschäfte führt Svenja Schiffl, und Sprecher ist Franz Schiffl.

In der mehrstündigen Gründungsversammlung kamen auch die aus Sicht der BI bedeutendsten Bedenken auf den Tisch. Im Rückgriff auf die zurückliegenden Monate und Jahre monierte Erwin Fischer: "Die Informationspolitik der Marktgemeinde Kohlberg ist mehr als dürftig. Es laufen scheinbar viele Dinge im Hintergrund mit, Informationen bekommen die Bürger aber nur auf eindringliche Nachfrage." Er geht davon aus, dass sehr viele Bürger befürchten, dass die Planung und Projektierung einfach an ihnen vorbei durchgeführt und dass das Projekt durchgewunken wird, ohne die Bevölkerung an der Entscheidung zu beteiligen. An die Kommunalpolitik appelliert die Initiative in dem entworfenen Grundsatzprogramm deshalb: "Die Betroffenen fordern den Marktgemeinderat auf, ihnen den Schutz durch die im Freistaat Bayern gesetzlich verankerte 10-H-Regelung nicht zu beschneiden, sondern diese Regelung auf das gesamte Gemeindegebiet anzuwenden."

Tanja Kunkel erklärte: "Es bestehen bei einer breiten Bevölkerungsgruppe tatsächlich große Bedenken wegen der möglichen Beeinträchtigungen durch Schall, Infraschall und Schattenwurf. Die Leute wissen, dass sie mit eintretenden Problemen alleine dastehen werden, wenn die Windräder erst einmal gebaut sind." Außerdem beruft sich die Gruppierung auf die Tatsache, dass das Planungsgebiet in das geschützte Terrain "Naturpark Oberpfälzer Wald" eingebettet sei. "Ein Windpark stellt einen ganz erheblichen Eingriff in die Natur und das Landschaftsbild dar", sagte Sprecher Franz Schiffl.

Zweifel an Rentabilität

In die Befürchtungen beziehen die BI-Mitglieder Beeinträchtigungen für die heimischen Großvogelarten ein. Sie gehen davon aus, dass Schwarzstorch und Fischadler den Bestand der Populationen bedrohende Verluste erleiden. Zudem würden die vielen im Kohlberger Raum lebende und vom OVW intensiv umsorgten Fledermausarten negativ beeinträchtigt werden. Fischer befürchtet konkret: "Ist der erste Schritt erst Mal getan, dann ist einem Ausbau eines Windparks sicher Tür und Tor geöffnet." Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass es bei den ins Auge gefassten vier Windkraftanlagen im Gemeindegebiet bleibe.

Zweifel hegten die Sprecher auch an der Rentabilität. Mit der Berufung auf die bereits vorliegenden Statistiken stellte die Vorsitzende die Ergiebigkeit infrage. "Die gegebene Höhenlage und die nachzulesende Windhöffigkeit lassen doch erhebliche Zweifel an einem rentablen Betrieb der Windkraftanlagen aufkommen." Abschließend bewertete die BI das Windkraft-Projekt allgemein als Rückschritt. Schiffl sagte: "Jahrelange Bemühungen, die Lebensqualität in Kohlberg zu verbessern und die Gemeinde attraktiv zu machen, werden mit einem Windpark in Ortsnähe zunichte gemacht."
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