Bauern in Deutschland ernten weniger Getreide
Zu wenig Sonne, zu viel Regen

Die Bauern in Deutschland haben diesmal wenig Glück bei der Getreideernte: Ihren Feldern fehlte Sonne, die Erträge fallen geringer aus. Der Verbraucher sollte davon aber wenig mitbekommen. Bild: dpa

Berlin. Landwirte in Deutschland fahren eine deutlich schlechtere Getreideernte ein als im vergangenen Jahr. "Wir sind schon ein bisschen ernüchtert und enttäuscht über das, was wir bisher ernten konnten", sagte Udo Hemmerling, stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands, der dpa. Die Mengen beim Getreide seien wegen des schlechten Wetters deutlich geringer als im Vorjahr - je nach Region etwa 10 bis 20 Prozent. Die Sonne habe zu wenig geschienen, vor allem im Süden habe der Regen Schäden angerichtet. Gerste und Raps seien bereits weitgehend abgeerntet. Beim Weizen stehe jedoch noch einiges auf den Feldern. "In diesem Jahr sind die Körner einfach kleiner", sagte Hemmerling. Das wirkt sich auf das Gewicht aus. Man brauche zum Beispiel mehr Körner als sonst, um eine entsprechende Menge Mehl daraus zu bekommen. Verbraucher bekommen von der geringeren Erntemenge nach seiner Einschätzung aber wenig mit: Der Großteil des Getreides - etwa 60 bis 70 Prozent - je nach Art werde nämlich als Viehfutter verwendet, erklärte er. Lediglich 30 Prozent würden zu Backwaren verarbeitet, der Rest werde etwa zur Herstellung anderer Produkte wie Stärke genutzt oder gehe in Biokraftstoffe. 2015 hatten die Landwirte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 48,8 Millionen Tonnen Getreide einschließlich Mais geerntet. Die wichtigste Getreideart ist dabei der Weizen mit rund 26,5 Millionen Tonnen. Dazu kamen zum Beispiel rund 11,6 Millionen Tonnen Gerste und etwa 3,5 Millionen Tonnen Roggen.

Hilfe verdoppeltDie Bundesregierung wird die EU-Hilfen von 58 Millionen Euro für die deutschen Landwirte auf 116 Millionen verdoppeln. Das kündigte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) in der Oldenburger "Nordwest-Zeitung" an. "Ein Strukturbruch käme uns teuer zu stehen", sagte er zur Begründung. "Unsere neuen Hilfen haben zwei Ziele: Liquidität für die Betriebe und Impulse für eine bessere Mengendisziplin am Markt. Wir brauchen weniger Milch für bessere Preise." Details der Umsetzung würden derzeit noch erarbeitet, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Die EU hilft Landwirten mit einem zweiten, 500 Millionen Euro schweren Paket. Um das Überangebot an Milch in den Griff zu bekommen und damit die Preise zu stabilisieren, will sie 150 Millionen Euro an Milcherzeuger zahlen, die ihre Produktion drosseln. Die übrigen 350 Millionen Euro gehen an die EU-Staaten zur weiteren Verteilung. (dpa)
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