Bauernpräsident Rukwied schlägt Alarm
„Vielen Ackerbauern geht das Geld aus“

Joachim Rukwied. Bild: dpa

Berlin. Die Ernte in Deutschland fällt diesmal deutlich schlechter aus und bringt nach Milchbauern weitere Höfe in Bedrängnis. "Vielen Ackerbauern geht das Geld jetzt auch aus", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied bei der Vorlage einer Erntebilanz am Freitag. Wegen ungünstigen Wetters zeichnet sich bei Getreide ein Minus von elf Prozent auf 43,5 Millionen Tonnen ab - weniger waren es zuletzt vor fünf Jahren. Auch bei Raps dürften mit 4,5 Millionen Tonnen elf Prozent weniger hereinkommen als im Vorjahr. Angesichts niedriger Weltmarktpreise für viele Produkte hoffen die deutschen Landwirte auf weitere staatliche Krisenhilfen von 100 Millionen Euro.

Da die Ernte wegen neuer Schauer noch nicht abgeschlossen ist, wurde die Bilanz diesmal geschätzt. Bei Winterweizen als wichtigster Getreideart dürfte die Menge um 12,6 Prozent auf 23 Millionen Tonnen sinken. In manchen Regionen gab es Einbußen von bis zu 25 Prozent. Bei Roggen zeichnen sich zwölf Prozent Minus auf 3,5 Millionen Tonnen ab. Die finanzielle Lage vieler Höfe spitze sich zu, erläuterte der Verband. Hintergrund sind weiterhin niedrige Weltmarktpreise, die Landwirte erzielen können. Rukwied berichtete, Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) habe zusätzliche Hilfen von 60 Millionen Euro in Aussicht gestellt, wenn die Länder 40 Millionen Euro beisteuerten. Der Bauernpräsident rief die Länder auf, diesen Beitrag zu leisten. Das Bundesministerium bestätigte solche Pläne vorerst nicht. Sollten sich Überlegungen über weitere Programme konkretisieren, werde der Minister nach erfolgten Gesprächen mit allen Beteiligten darüber informieren, hieß es.
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