Bayerische Beamte erhalten Lohnerhöhung
Bayern übernimmt für Beamte Tarifabschluss

Wir wollen keine Zwei-Klassen-Gesellschaft im öffentlichen Dienst.

Die bayerische Staatsregierung möchte neuerliche Konflikte mit dem kampfstarken Bayerischen Beamtenbund vermeiden. Deshalb kommen auch die bayerischen Beamten in den Genuss der Lohnerhöhung im öffentlichen Dienst - obwohl diese nur für die Angestellten ausgehandelt wurde.

Der bundesweite Tarifabschluss für die Angestellten der Länder wird auch den Beamten in Bayern zugutekommen. Finanzminister Markus Söder (CSU) kündigte in Peking am Sonntag an, den Abschluss eins zu eins für die Beamten zu übernehmen. "Wir wollen keine Zwei-Klassen-Gesellschaft im öffentlichen Dienst", sagte Söder. Nach seinen Angaben ist das Geld bereits im Doppelhaushalt eingeplant. Söder befindet derzeit sich auf einer China-Reise.

Beamtenbund erfreut

Der Bayerische Beamtenbund zeigte sich erfreut: "Diese Reaktion bestätigt erneut die positive Einstellung der Staatsregierung zu ihren Beamtinnen und Beamten und Versorgungsempfängern und setzt die Reihe positiver Entscheidungen der vergangenen Jahre fort", sagte BBB-Chef Rolf Habermann. Auch Hamburg und Rheinland-Pfalz kündigten an, den Tarifabschluss auf die Landesbeamten zu übertragen.

Gewerkschaften und Vertreter der Länder hatten sich in der Nacht zum Sonntag geeinigt. Rückwirkend zum 1. März steigen die Gehälter für die Angestellten des öffentlichen Diensts um 2,1 Prozent. Am 1. März 2016 gibt es eine Erhöhung um weitere 2,3 Prozent, mindestens aber um 75 Euro pro Monat. Der Tarifvertrag läuft über 24 Monate.

Bei der Altersversorgung konnten die Gewerkschaften Eingriffe in die Leistungen abwehren. Allerdings müssen die Beschäftigten künftig Zusatzbeiträge zahlen. Im Westen werden in diesem Jahr 0,2 Prozent auf den Bruttolohn fällig, in den kommenden beiden Jahren je 0,3 und 0,4 Prozent, wie Verdi erläuterte. Im Osten sind es jeweils 0,75 Prozentpunkte - dafür wird aber das Weihnachtsgeld angehoben.

GEW verärgert

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) konnte sich nicht mit ihrer Forderung durchsetzen, dass die rund 200 000 angestellten Lehrer die gleichen Einkommen erzielen wie ihre verbeamteten Kollegen. Sie drohte mit weiteren Lehrerstreiks. GEW-Verhandlungsführer Andreas Gehrke kritisierte: "Mit 30 Euro Zulage im Monat für einzelne Lehrergruppen wollten sie uns das Streikrecht abkaufen." Dies habe man abgelehnt.
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