BDI hebt Konjunkturprognose deutlich an - Grillo fordert Reformen von Regierung
Zwei Prozent Wachstum für 2015

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat seine Konjunkturprognose deutlich angehoben und rechnet im laufenden Jahr nun mit einem Wirtschaftswachstum von zwei Prozent.

"Der niedrige Ölpreis, der günstige Wechselkurs und der starke private Konsum treiben die Konjunktur an", sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo am Montag auf der Hannover-Messe.

Die guten Lohnabschlüsse sorgten für eine ordentliche Kaufkraft, und es gebe einen stabilen Zuwachs beim Auftragseingang. Auch innerhalb Europas festige sich die Erholung dank niedriger Zinsen, so Grillo. Zuletzt hatte der BDI ein Wachstum von rund 1,5 Prozent erwartet. Ende März hatten auch die fünf "Wirtschaftsweisen" ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum für 2015 auf 1,8 Prozent angehoben.

Werbung für TTIP

Der BDI rief die Bundesregierung auf, den konjunkturellen Rückenwind für überfällige Strukturreformen zu nutzen. Nötig seien Ent- statt Belastungen für die Industrie sowie stärkere Investitionen, unter anderem in die digitale Infrastruktur. "Der finanzielle Spielraum ist vorhanden", meinte Grillo. Statt nur auf den Schuldenabbau zu schielen, müsse die öffentliche Hand Haushaltsüberschüsse für Investitionen nutzen, die die Wirtschaft weiter ankurbelten.

Eindringlich warb der BDI für das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP, das die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands sichere. Anderenfalls verliere Deutschland nach und nach an Bedeutung, warnte Grillo. Mit einer eigenen Informationskampagne will der Verband für das Abkommen mobilisieren.
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