Behörde gibt Rückrufpläne für 8,2 Millionen manipulierte VW frei - Autobauer nimmt mit Kunden ...
Strömungstransformator und Software-Updates

Beim 2,0-Liter-Dieselmotor reicht ein neues Programm laut VW aus, um die gültigen Abgas-Bestimmungen zu erreichen. Beim 1,6-Liter-Dieselmotor muss auch ein neues Teil eingebaut werden. Bild: dpa
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat die Umbaupläne für einen großen Teil der manipulierten VW-Dieselautos abgesegnet. Rund 8,2 Millionen Wagen mit 1,6- und 2,0-Liter-Motoren könnten ab Anfang 2016 in der Werkstatt so eingestellt werden, dass sie die Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide einhalten sollen, teilte Volkswagen am Mittwoch in Wolfsburg mit. Der Konzern habe das Ziel, dass Autofahrer dabei keinen höheren Verbrauch und keine geringere Motorleistung hinnehmen müssen, hieß es. Versprechen kann VW das aber noch nicht.

Bessere Abgaswerte

Bei den 2,0-Liter-Motoren soll ein Software-Update ausreichen. Bei den 1,6-Liter-Motoren werde zusätzlich ein sogenannter Strömungstransformator eingebaut. Dieses Teil soll dafür sorgen, dass Luft besser angesaugt und Treibstoff effizienter verbrannt werden kann, erklärte der VW-Sprecher. So sollen auch Abgaswerte entsprechend den Emissionsnormen verbessert werden. Eine Lösung für die kleinen 1,2-Liter-Motoren steht noch aus. Die Überarbeitungspläne beziehen sich nicht auf in den USA oder in Kanada verkaufte Modelle aus dem VW-Konzern. Hier prüfen die Behörden derzeit noch Vorschläge des Autobauers. Mit dem geplanten Rückruf könnte VW ohnehin vorerst nur eine Baustelle im Abgas-Skandal schließen. Bei 800 000 Autos hatte der Konzern außerdem zu niedrige CO2-Abgaswerte angegeben. Und auch Autos mit 3,0-Liter-Motoren sind mit einer in den USA verbotenen Software ausgestattet.

"Ersatzmobilität" kostenlos

VW werde "mit jedem Kunden Kontakt aufnehmen" und den betroffenen Autobesitzern während des ab Januar geplanten Rückrufs eine kostenlose "Ersatzmobilität" anbieten, hieß es. Bei betroffenen Autos der Marken Audi, Skoda und Seat soll es ähnlich laufen wie bei den VW-Modellen. Volkswagen hatte für den Umbau der betroffenen Motoren 6,7 Milliarden Euro zurückgelegt. Endgültige Preise für die benötigten Teile stünden aber noch nicht fest. Unter anderem deshalb könne der Konzern auch noch keine Auskunft über anfallende Kosten geben.

Insgesamt seien als Folge des Abgas-Skandals bislang acht Mitarbeiter beurlaubt worden, berichtete ein Konzernsprecher. Details zu den Personen wollte er "aus Rücksicht und zum Schutz der Betroffenen" - für die nach wie vor die Unschuldsvermutung gelte - nicht nennen. Zu den acht Beurlaubungen kommt noch die bekannteste Personalie nach Bekanntwerden des Skandals: der Rücktritt des früheren VW-Konzernchefs Martin Winterkorn. Bei den Beurlaubten handele es sich um Beschäftigte aus dem Umfeld der Motorenentwicklung. Kreisen zufolge sind darunter drei Manager aus den Entwicklungsabteilungen von VW sowie der Töchter Audi und Porsche. Im Gegensatz zu Winterkorn seien diese Beurlaubungen zunächst nur vorübergehend gültig.
Weitere Beiträge zu den Themen: Wolfsburg (229)November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.