Behören ziehen weniger gefälschte Euro-Scheine aus dem Verkehr
Zeiten für Geldfälscher werden härter

Findige Fälscher: In einem Fall hat es ein Mann geschafft, eine schlecht nachgeahmte "55-Euro-Banknote" unter die Leute zu bringen. Einem anderen gelang es, eine sogenannte "Party-Banknote" im fiktiven Nennwert von 300 Euro in reales Geld wechseln zu lassen. Bild: dpa

Geldfälscher richten jedes Jahr Schäden in Millionenhöhe an. Doch die Notenbanken bleiben nicht tatenlos. Erste Erfolge verbuchen sie jetzt mit dem neuen 20-Euro-Schein.

Frankfurt. Rund 331 000 Euro-Blüten sind nach Angaben der Europäischen Zentralbank im ersten Halbjahr 2016 weltweit aus dem Verkehr gezogen worden - das waren 25 Prozent weniger als in der zweiten Jahreshälfte 2015. In Deutschland entdeckten Banken, Handel und Polizei nach Angaben der Bundesbank von Januar bis Juni 45 625 falsche Scheine, 1,7 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr 2015, aber deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum mit rund 50 500 Blüten. "Erfreulich ist, dass seit Einführung der neuen 20-Euro-Banknote der Europa-Serie im November 2015 die Anzahl der Fälschungen für dies Stückelung deutlich zurückgegangen ist", sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele am Freitag in Frankfurt.

Der Schaden in Deutschland stieg von 2,2 Millionen im vorangegangenen Halbjahr auf 2,3 Millionen Euro, weil Kriminelle vor allem auf den falschen Fünfziger setzten. Sein Anteil an den Blüten stieg auf 58 Prozent. Die überarbeitete Version soll Anfang April 2017 in Umlauf gebracht werden. Die Notenbank erwartet, dass der neue Fünfziger Fälschern das Handwerk deutlich erschwert. Wer eine Blüte in die Finger bekommt, darf diese nicht weiter verwenden - anderenfalls macht er oder sie sich strafbar. Allerdings gibt es für Falschgeld keinen Ersatz.

Weltweit richteten Kriminelle im ersten Halbjahr mit gefälschten Euro-Noten einen Schaden von 17,2 Millionen Euro an. Im zweiten Halbjahr waren es 19,0 Millionen Euro.

Die Zahl der nachgemachten 20-Euro-Scheine sank in Deutschland von Januar bis Juni auf 12 240 Stück und damit auf den niedrigsten Stand seit 2012. Der Anteil der Zwanziger an den Fälschungen verringerte sich deutlich um 10 Prozentpunkte auf 27 Prozent. Auch in Europa ist der Fünfziger bei Kriminellen besonders beliebt: Knapp 48 Prozent der Fälschungen entfallen auf den orangenen Schein, der Zwanziger kam im ersten Halbjahr 2016 auf knapp 32 Prozent.

Insgesamt ist es sehr unwahrscheinlich, dass einem Falschgeld untergejubelt wird. Rein rechnerisch entfielen im ersten Halbjahr in Europa 19 falsche Banknoten auf 10 000 Einwohner, in Deutschland waren es sogar nur elf Banknoten je 10 000 Einwohner und Jahr.
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