Bei Audi sinkt der Gewinn
VW-Töchter mit Licht und Schatten

Im vergangenen Jahr war der Lkw- und Maschinenbauer MAN in die roten Zahlen gerutscht. Nun meldet das Unternehmen für das erste Halbjahr 2016 wieder einen Gewinn. Archivbild: dpa

Ingolstadt. Der Ingolstädter Autohersteller Audi kämpft mit sinkenden Gewinnen - trotz weiter steigender Verkaufszahlen. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr von knapp 29,8 Milliarden auf 30,1 Milliarden Euro. Doch schrumpfte der Gewinn um fast 750 Millionen Euro auf knapp 1,7 Milliarden Euro. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten Halbjahresbilanz des Unternehmens hervor. Ursache waren unter anderem die Abgas-Affäre des VW-Konzerns und eine Rückrufaktion wegen defekter Airbags des japanischen Zulieferers Takata. Rund 953 000 Audis wurden ausgeliefert, 50 000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Doch verkaufen sich die Autos nicht mehr so leicht wie in den Vorjahren: Auf den Gewinn drückten auch die wegen "höheren Vermarktungsaufwands" um über 300 Millionen Euro auf knapp 2,9 Milliarden Euro gestiegenen Vertriebskosten.

Der 2015 in die roten Zahlen gerutschte Nutzfahrzeug- und Maschinenbauhersteller MAN macht wieder Gewinn. Im ersten Halbjahr blieben unter dem Strich 16 Millionen Euro, nach einem Verlust von 46 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das teilte das zum VW-Konzern gehörende Unternehmen am Freitag in München mit. Vorstandschef Joachim Drees führte die bessere Ertragslage auf das 2015 gestartete Sparprogramm, zu dem auch ein Stellenabbau gehört, zurück. Das bedeutet aber nicht, dass MAN die Schwierigkeiten bereits überwunden hätte: Der Umsatz schrumpfte weiter von 6,7 auf knapp 6,5 Milliarden Euro. Größtes Problem im Lkw-Geschäft ist Brasilien. Das Land leidet unter einer andauernden Regierungs- und Wirtschaftskrise, so dass dort die Lkw-Verkäufe stark zurückgegangen sind. Die Maschinenbausparte Diesel & Turbo hat ebenfalls Probleme, weil sich sowohl Schiffsmotoren als auch Turbomaschinen schlechter verkauften.

VW steht kurz vor der Genehmigung eines Milliardenvergleichs im Abgas-Skandal in den USA. Doch nun klagen einzelne Staaten mit anders gelagerten Vorwürfen weiter. In der Nacht zum Freitag wurde bekannt, dass auch der Staat Washington eine Strafe über 176 Millionen Dollar gegen den Autobauer verhängte, um ihn für umweltrechtliche Verstöße zur Rechenschaft zu ziehen. "Volkswagen hat die Luftreinhaltegesetze unseres Staates verletzt und die Gesundheit der Menschen gefährdet", erklärte die Leiterin des Umweltamts Washington, Maia Bellon. Volkswagen werde die Klageschriften prüfen und zu gegebener Zeit antworten, kündigte ein VW-Konzernsprecher am Freitag an.

Unterdessen wollen Aktionärsvertreter für die Aufklärung des Abgas-Skandals bei VW per Gerichtsbeschluss einen unabhängigen Sonderprüfer durchsetzen. Sie erhofften sich Antworten zu den Fragen, ob Vorstand und Aufsichtsrat bei Volkswagen in Verbindung mit den Software-Manipulationen Pflichten verletzten und wann sie von den Vorgängen erfuhren. Das teilte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz DSW am Freitag mit.
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