Bei der neuen Kraftwerkstochter von Eon regiert der Rotstift
Uniper: Start mit Sparprogramm

Der Energieriese Eon gliedert angesichts stark gefallener Börsenstrompreise seine Kraftwerke und den Energiehandel aus. Die neue Tochter soll kräftig sparen - auch am Personal.

London/Düsseldorf. Angesichts abgestürzter Börsenstrompreise startet die neue Eon-Kraftwerkstochter Uniper mit einem scharfen Sparprogramm in die Selbstständigkeit als Unternehmen. "Es wird auch notwendig sein, die Personalkosten weiter zu senken", sagte Uniper-Finanzvorstand Christopher Delbrück am Dienstag bei einer Investorenveranstaltung in London. Zudem werde Uniper Unternehmensteile im Wert von mindestens zwei Milliarden Euro verkaufen. "Wir müssen erst mal das Haus in Ordnung bringen", sagte Uniper-Vorstandschef Klaus Schäfer.

Das neu formierte Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf beschäftigt rund 14 000 Mitarbeiter in der Stromerzeugung, im Gasgeschäft und im Energiehandel. In Deutschland betreibt Uniper unter anderem acht Kohle- und acht Gas-Kraftwerksblöcke. Jede Anlage komme auf den Prüfstand, sagte der Delbrück. Konkrete Angaben zu Standorten und zum Personalabbau seien noch nicht möglich. Die Mitarbeiter von Eon und Uniper haben bis Ende 2020 einen tariflichen Kündigungsschutz. Betriebsbedingte Kündigungen sind dabei nicht komplett ausgeschlossen, aber die Unternehmen müssen Abfindungs- und Vorruhestandsangebote sowie eine Transfergesellschaft organisieren.

Der Börsenstrompreis hat sich wegen des großen Angebots an erneuerbarer Energie in den vergangenen Jahren mehr als halbiert. Etwa ab 2018 erwartet Uniper wieder eine Belebung der Märkte. Uniper soll im Herbst an der Börse notiert werden, Eon will danach nur noch einen Anteil von unter 50 Prozent halten.
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