Bei Engpässen Altersvorsorge nicht auflösen
Lieber ruhen lassen

Wird der Arbeitnehmer arbeitslos, ist die betriebliche Altersvorsorge (bAV) in der Regel vor dem Staat sicher. Solange Sparer das Arbeitslosengeld I erhalten, sind sie nicht gesetzlich verpflichtet, ihre Rücklagen anzutasten. Darauf weist die Aktion "Finanzwissen für alle" der Fondsgesellschaften hin. Daher sollten sie Haushaltslöcher bei finanziellen Engpässen nicht gleich mit der privaten Altersvorsorge stopfen.

Der Grund: Die Auflösung von Verträgen führt fast immer zu Verlusten. Wer etwa einen Riester-Vertrag kündigt und sich vorzeitig auszahlen lässt, muss die gesamte bisher erhaltene Förderung aus Zulagen und Steuervorteilen zurückerstatten. Sinnvoller ist es daher, einen Vertrag zeitweise ruhen zu lassen oder die Sparraten zu reduzieren. Wer Arbeitslosengeld II bekommt, muss sein Vermögen oft zunächst aufbrauchen. Doch gibt es Freibeträge: So bleibt staatlich gefördertes Altersvorsorgevermögen in einem Riester-Vertrag sowie die bAV unberührt.

Vertraglich vereinbaren

Auch steht jedem Hartz-IV-Berechtigten und seinem Partner für die Vermögensbildung ein Freibetrag von 150 Euro pro Lebensjahr zur Verfügung. Zusätzlich hat jede leistungsberechtigte Person einen Freibetrag von 750 Euro pro Lebensjahr für die Bildung von Vermögen, das der Altersvorsorge dient und nicht in einer Riester-Rente erworben wird. Voraussetzung ist, dass der Sparer vertraglich vereinbart, dass er vor Renteneintritt nicht auf das Kapital zugreift. Auch ein Rückkauf, eine Kündigung oder eine Beleihung des Vertrags müssen ausgeschlossen sein.
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