Bei Witron brummt das Geschäft

Das Logistik-Unternehmen Witron prägt die Silhouette der Marktgemeinde Parkstein unter dem Vulkankegel. Eine zweistellige Millionensumme investiert Witron bis 2017 im nördlichen Bereich (rechts) in den Ausbau von Werk 2. Bilder: hfz (1), Fütterer (1)

Eines der erfolgreichsten Jahre in der 44-jährigen Firmengeschichte verzeichnet der Logistik-Spezialist Witron. Das in 54 Ländern tätige Unternehmen mehrte 2014 seinen Umsatz um 32 Prozent auf 350 Millionen Euro. Mit 2300 Beschäftigten - davon 1300 am Hauptsitz Parkstein (Kreis Neustadt/WN) - ist Witron ein bedeutender Oberpfälzer Arbeitgeber.

Parkstein. Kompromisslose Qualität und maßgeschneiderte technische Innovationen bescheren dem von Walter Winkler (77) gegründeten Familienunternehmen seit Jahrzehnten ein kräftiges Wachstum. Der Boom im E-Commerce (Onlinehandel) bewirkt zudem eine Sonderkonjunktur. Der ohne jegliche Zukäufe - ausschließlich aus eigener Kraft - gewachsene "große Mittelständler" sieht sich aber keineswegs als "Global Player". "Wir sind ein international aktives Unternehmen und wollen uns nicht verzetteln", betont Geschäftsführer Helmut Prieschenk. Während Südamerika, Australien und weite Teile Asiens geschäftlich noch außen vor sind, florieren die Projekte gerade in den USA und Kanada. Nordamerika steuert inzwischen 45 Prozent des Umsatzes bei; der andere Teil entfällt weitgehend auf Europa: Hier sorgen besonders Frankreich und Skandinavien für volle Auftragsbücher.

"Das Umsatzniveau halten, weiter an Qualität gewinnen", skizziert Geschäftsführer Prieschenk bescheiden die Strategie. Das Projektgeschäft sei schließlich Vertrauenssache: 80 Prozent des Witron-Klientels sind Stammkunden. Dazu zählen vor allem die großen internationalen Discounter, in Deutschland die Edeka-, Rewe- oder Netto-Märkte, für die Witron riesige Logistikzentren baut und sogar an Lösungen für das Filialgeschäft feilt. Immerhin generiert der Handel fast 85 Prozent des Jahresumsatzes der Parksteiner: sowohl im Food- als auch im Nonfood-Bereich.

Pfiffige Lösungen

Einen "Megatrend" schreibt Prie-schenk der Gesundheitsbranche (Pharma, Healthcare, Drogerie, Kosmetik) zu. Mit immer neuen Mitteln und Wegen untermauert Witron die technische Weltmarkt-Führung, etwa für die Frische- und Getränke-Kommissionierung, mit findigen Multi-Channel-Lösungen für neue Vertriebswege (online bestellen, dann in der Filiale abholen) oder für effizientes Retouren-Management. Seit 2007 fertigt Witron in Parkstein auf rund 50 000 Quadratmetern in eigener Regie fast die gesamte Logistik-Fördertechnik: "Um den höchsten Qualitätsanforderungen unserer Kunden gerecht zu werden", betont der für die Förder-Anlagen-Systeme (FAS) verantwortliche Geschäftsführer Martin Stich. Zwischen den Werken 3 und 4 sorgt eine Seilbahn für die Verbindung.

Das stärkste Wachstum bei Witron verzeichnet der Service mit 80 Millionen Jahresumsatz für 400 Kunden weltweit. Oft per Fernwartung von Parkstein aus geht es um Technik, Instandhaltung und Reparatur der gewaltigen Logistikzentren. "In den vergangenen Jahren haben wir hier 600 neue Mitarbeiter eingestellt", sagt Geschäftsführer Christian Dietl. Witron wolle für seine Kunden "das Maximum herausholen, die Systemlebensdauer und -vorteile verbessern".

Wegen der hohen Auslastung investiert Witron nicht nur international, sondern auch am Hauptstandort Parkstein kräftig. Weit mehr als 10 Millionen Euro fließen bis 2017 in den Ausbau von Werk 2 (Büro, Fertigung, automatisierte Produktions-Logistik) mit 11 000 Quadratmetern. Weitere 6,3 Millionen Euro verbaut Witron bis Ende des Jahres für neue Lagerflächen im Werk 4.
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