Beim Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger geht schon wieder ein Chef
Utnegaard wirft das Handtuch

Per Utnegaard. Bild: dpa

Mannheim. Weniger als ein Jahr nach seinem Amtsantritt wirft Vorstandschef Per Utnegaard beim kriselnden Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger das Handtuch. Der Norweger scheidet aus persönlichen Gründen zum 30. April aus, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Mannheim mit. Zuvor hatte eine Serie gekappten Prognosen den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch bei Bilfinger den Job an der Spitze gekostet.

Utnegaard hatte den Konzern am 1. Juni 2015 übernommen. Er konnte diesen aber nicht in sicheres Fahrwasser bringen. Zuletzt stand der Verkauf des Bau- und Gebäudedienstleistungsgeschäfts zur Disposition und damit ein Herzstück Bilfingers. Dieser Schritt hätte weitreichende Folgen für die künftige Aufstellung und Strategie des Konzerns. Experten sprachen von einer Zerschlagung. Das Unternehmen hatte vor gut einem Monat einen Rekordverlust von fast einer halben Milliarde Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentiert. Die Dividende wurde gestrichen, die Aktie brach ein. Utnegaards Nachfolger soll in Kürze bekanntgegeben werden. Übergangsweise übernimmt Finanzvorstand Axel Salzmann den Vorstandsvorsitz. "Per Utnegaard hat den Konzern in einer herausfordernden Phase geleitet", erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Eckhard Cordes. Der Konzern werde sich weiter auf sein Kerngeschäft fokussieren.

Die Zurückhaltung der Energiekonzerne nach der Energiewende in Deutschland sowie gekappte Investitionen in der Öl- und Gasindustrie im Zuge des Ölpreisverfalls hatten Bilfinger in die Bredouille gebracht. Geschäftsteile stehen zum Verkauf, es werden Stellen gestrichen.
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