Beim Diamanten-Kauf gut beraten lassen

Ein Diamant bringt die Augen des Beschenkten zum Strahlen. Die Edelsteine können aber auch als Geldanlage genutzt werden. Bild: hfz

Diamanten eignen sich nicht nur als kostbares Präsent zu Weihnachten. Angesichts der Niedrigzinsphase kommen sie auch als wertbeständige Geldanlage in Frage - allerdings nicht in jedem Fall.

Ohhhs und Ahhhs bleiben nicht aus, sobald das Geschenkpapier abgestreift ist und das Kästchen geöffnet wird: ein Diamant! Wer solch ein glitzerndes Schmuckstück in Form eines Rings oder Kettenanhängers als Präsent überreichen möchte, muss nicht unbedingt Millionär sein. Diamanten sind schon ab 2500 Euro zu haben - nach oben sind den Preisen keine Grenzen gesetzt. Da die Edelsteine Jahre nach dem Ankauf teils üppige Wertzuwächse erzielen können, werden sie auch als Geldanlage genutzt.

Mit Blick auf das historische Zinstief bringen weder Bundesanleihen noch das Sparbuch nennenswerte Renditen. Sind also Diamanten eine echte Anlagealternative? "Diamanten sind eine Krisenwährung, die eine geringe Schwankungsbreite aufweist", sagt Vermögensberater Arnim Kogge vom Vertiva Family Office mit Sitz in Stuttgart. Er verweist auf eine Studie der Unternehmensberatung Bain & Co. Danach werde mit einer äußerst positiven Wertsteigerung von Diamanten bis zum Jahr 2020 gerechnet. Der Grund: "Es ist Jahrzehnte her, dass die letzten Diamantenminen erschlossen wurden", erklärt Kogge. Neue Minen sind nur vereinzelt in Sicht - aber die Nachfrage nach den Edelsteinen ist hoch. Dies könne dazu führen, dass der Diamantenpreis deutlich steigt.

Davon sollten sich Anleger aber nicht vorschnell verführen lassen, mahnt Ariane Lauenburg von der Stiftung Warentest in Berlin. Denn verbrieft seien die Wertsteigerungen nicht. Zudem tummelten sich auf dem Markt schwarze Schafe, die via Anzeigen ahnungslosen Opfern überteuerte Anlagediamanten andrehen, die sich später nur für einen Bruchteil des gezahlten Preises verkaufen lassen.

"Keine Altersvorsorge"

Auch Thomas Schlüter vom Bundesverband deutscher Banken mahnt Verbraucher zu Zurückhaltung. "Für Privatanleger sind Diamanten als Schmuckstück in Ordnung, aber nicht als Geldanlage", so Schlüter. Der Grund: Es gibt bei Diamanten keinen geregelten Markt wie bei Aktien. Der Wert der Edelsteine wird nicht wie bei Gold oder Platin täglich ermittelt. Offizielle Kurse existieren an den Diamantenbörsen nicht. "Diamanten sollten keinesfalls als Ersatz für ein Sparbuch oder für traditionelle Zinsanlagen oder gar für die Altersvorsorge gekauft werden", betont Schlüter. Die Edelsteine ließen sich in den meisten Fällen nicht kurzfristig wieder zu Bargeld machen.

Auch Uwe Günther von der Berlin Portfolio Management (BPM) rät unerfahrenen Anlegern, beim Kauf von Diamanten Vorsicht walten zu lassen. Ein Ankauf sollte nur bei einem renommierten Juwelier erfolgen.

Die vier C's

Worauf sollten Verbraucher also achten? "Die Steine müssen zwingend einen Zertifikatsnachweis besitzen", erklärt der Vermögensverwalter Kogge. Dieser Nachweis sollte entweder vom Deutschen Diamanteninstitut oder von weltweit anerkannten Institutionen wie etwa dem Gemological Institute of America (GIA) ausgestellt worden sein. Käufer sollten darüber hinaus den Ursprung der funkelnden Juwelen prüfen. Die Steine müssen aus legitimen Quellen und Schleifereien stammen.

Bei der Beurteilung der Steine und des Weiterentwicklungspotenzials der Objekte werden "die vier C's" herangezogen: Colour steht für Farbe, Carat fürs Gewicht, Clarity für die Reinheit sowie Cut für die Schliffform. Arnim Kogge empfiehlt, nur farblose, rundgeschliffene Diamanten zwischen feinem Weiß (G) und hochfeinem Weiß (D) zu kaufen.
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